Mehr Licht! LED Flächenleuchten von Neewer für Video und Foto

Bisher habe ich immer Abstand von Dauerlicht genommen, vor allem, weil es mir nicht leistungsstark genug erschien und dafür aber zu teuer war. Nach ein paar eher begeisterten Videos über die Nutzung von LED Strahlern, habe ich selber einmal den Versuch gestartet und mir ein LED-Set von Neewer zugelegt. Ein erstes Stimmungsbild breite ich hier in diesem Artikel aus.

Mit LED- oder anderen Dauerlicht-Leuchten lässt es sich ganz anders arbeiten, als mit klassischen Blitzleuchten. Daran muss ich mich, als jahrelanger Nutzer und Ausnutzer von Blitzlicht erst einmal gewöhnen. Es ergeben sich aber dadurch andere Möglichkeiten. Zudem gibt es zwei Vorteile: bei derAusleuchtung sieht man schon von Vornherein, wie das Foto aussehen wird und Dauerlicht eignet sich bei der Baby- oder Kleinkind-Fotografie, sowie der Tierfotografie einfach besser, da die Portraitierten nicht durch Blitze aufgeschreckt werden.

Lichtleistung und Helligkeit und Preis

Jeder kennt das Phänomen: Schon LED Leuchten mit geringer Leistung erscheinen uns sehr hell. Doch für die Kamera ist das teilweise nur eine „Funzel“, die kaum ausreicht, eine Szene wirklich hell zu erleuchten. Während ihr bei Blitzleuchten von 200 Watt im kleineren Studio die Leistung schon ganz nach unten dreht, geht der Weg bei Tageslichtlampen immer in die andere Richtung.

Daraus folgt: Entweder ihr benötigt einfach mehr Lampen und oder ihr müsst mit den Lampen einfach näher heran. Dadurch wird sich eure Arbeitsweise in vielen Fällen ändern.

Dieses prinzipielle Problem können natürlich auch die Leuchten von Neewer nicht umgehen. Zwei der 40 Watt Leuchten reichen gut für einfache Portraits. Sie eignen sich zudem sehr gut für die (Klein-)Tier-Fotografie.

Bei der Helligkeit müsst ihr noch beachten, dass sich die gesamte Lichtleistung auf zwei Bereiche aufteilt: auf 3200 K und 5600 K also Warmweiß und Tageslichtweiß. Für eine korrekte Farbwiedergabe bietet es sich natürlich an, nur eine der Farben zu nutzen. Nur im Notfall könnt ihr auch mischen. Ich bevorzuge in diesem Fall, alle Farben zu 100% zu nutzen, um über die Lampen hinweg möglichst gleichmäßige Farbverteilung zu bekommen.

Der Preis für das Gesamtset, bestehende aus: 2 Tragetaschen, 2 LED Panels inkl. Haltebügel, 4 Akkus inkl. 4 Ladegeräte, 2 Netzteile und 2 Stative, beträgt ca. 290 €. Ich hatte damals Glück und konnte das Set für knapp über 200 € erwerben. Wenn ihr etwas Geduld habt, zahlt sich das aus. Der Hersteller hat immer mal wieder Rabattangebote mit bis zu 25% Nachlass.

Vorteil: Batteriebetrieb möglich, gut transportabel

Ein zweiter Einsatzbereich ist, wie in der Einleitung erwähnt, die Baby- und Kleinkind-Fotografie oder auch allgemein die Homestory. 

Hier machen sich das relativ geringe Gewicht und die geringe Größe des Leuchten ebenso positiv bemerkbar, wie die kleinen Netzteile oder sogar der Akku-Einsatz. Gerade mit Akkus seid ihr sehr flexibel und es liegen nicht überall Stolperfallen herum.

Restliche Ausstattung

Da die LED Leuchte eine Flächenleuchte ist, fehlt ihr der übliche Anschluss für Lichtformer. Auch aus diesem Grund wird eine andere Arbeitsweise notwendig. Dafür ist die Leuchte mit Abschirmklappen versehen, um zumindest etwas Lichtsteuerung zu ermöglichen.

Die Stativhalterung, sprich der Haltebügel ist an den Lampen nicht symmetrisch angebracht. Ihr müsst also vor der Montage überlegen, ob ihr den Strahler eher von oben nach unten oder umgekehrt schwenken wollt. 

Ich habe das Komplettes mit allem Zubehör bestellt. Das heißt, es sind auch noch zwei Stative mit im Paket. Diese sind allerdings leider nicht sonderlich stabil aufgebaut und Bauchetwas sehr leicht. Zudem sind sie recht schwergängig. Sie entsprechen in der Qualitätsanmutung leider nicht den LED-Panels.

Zwei Netzteile und insgesamt 4 Ladegeräte für die vier Akkus sind Bestandteil des Sets. Diese würde ich mal als üblichen Industrie-Standard bezeichnen. Nichts besonderes, aber auch nicht auffällig schlecht. Sie funktionieren einfach wie gewünscht.

Erste Erfahrungen und Fazit

Im Moment betrachte ich die LED Technik noch als Ergänzung für spezielle Zwecke, daher nutze ich sie noch nicht so umfangreich.

Hilfreich waren die beiden Panels jedoch zum Beispiel schon bei Produktfotografie. Der ganze Ablauf ist dort mit Dauerlicht einfacher zu gestalten.

Die kompakten Maße habe ich auch schon nutzen können für Portraits und andere Fotos on Location, sprich bei Kunden zu Hause. Zudem liegen dann nicht überall Stromkabel rum. Die geringe Leuchtkraft reicht für die meist kleineren Wohnungen auch aus.

Zusammen mit einem weiteren Farb-LED-Set habe ich auch schon ein paar Testaufnahmen bei mir im Studio gemacht. Die Ergebnisse waren recht ordentlich, aber da muss ich mich einfach auch mit der Materie noch mehr beschäftigen.

Insgesamt hat sich für mich die Anschaffung gelohnt. Für die gedachten Zwecke, wie Portraits zu Hause und Videodreh funktionieren sie sehr gut. Gerade durch die Akkus bin ich flexibel und kann die Leuchten auch „einfach mal schnell“ nutzen. Die Stative könnten einen Tick stabiler sein, aber nur für die Panels sind sie ausreichend. Glücklicher Weise hab ich noch ein paar Stative da, falls es tatsächlich mal Raus gehen sollte, was ich definitiv auch mal probieren möchte.

Sobald ich das andere RGB-LED-Set getestet habe, gibts übrigens eine kleine Fortsetzung von dem Artikel hier 😉

 

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