Hello Fresh – ein Alternative für das Kochen zu Hause?

Im Internet (und per Mail) wird man ständig mit Hello Fresh Werbung bombardiert. Bei einem besonders günstigen Einstiegs-Angebot habe ich mir dann gedacht, ich werde das jetzt mal testen. Meine Erfahrungen und eine Gesamteinschätzung gibt es in diesem Artikel.

Warum greift man überhaupt zu fertigen Kochboxen? Sicher nicht wegen der günstigen Preise (dazu später mehr), sondern weil man Abwechslung sucht und den dazugehörigen Aufwand sparen möchte. Das dürfte in meinen Augen jedenfalls der Hauptgrund für viele Kunden sein. Bei mir war es vor allem die Neugier „was können diese Kochboxen“ gepaart mit Lust auf etwas Abwechslung, da mir dies in diesem Sommer irgendwie garnicht gelungen war.

So habe ich das kleinste Paket bestellt (drei Tage, jeweils für 2 Personen, also insgesamt 6 Portionen). Für die Abwechslung habe ich gesorgt. So reichte die Auswahl vom Salat mit Thunfisch, über vegetarische Gerichte, gefüllte Spitzpaprika und sogar Veganes, wie eine Maracuja-Nektarinen-Kokos-Bowl bis zu türkischem Rinderhack Gericht oder dem schon klassischen Lachs auf Gemüse.

Bestellung und Lieferung

Habt ihr euch einmal angemeldet, wählt ihr zunächst eure Kochbox. Dazu wählt ihr eure Vorlieben, also ob ihr vegan oder vegetarisch esst, eine Familie seid oder Zeit sparen wollt. Dann wählt ihr die Größe (2 – 4) Personen und die Anzahl der Gerichte pro Woche (2 – 5). Ihr bekommt dann den Endbetrag angezeigt (bei insgesamt 6 Mahlzeiten 34,99 € plus 5,49 € Porto), das entspricht dann 6,75 € pro Portion. Habt ihr einen Gutschein (den ihr überall derzeit nachgeworfen bekommt), reduziert sich der Preis der ersten 4 Lieferungen um jeweils 10 – 25 €.

Hab ihr das Pakt gewählt, erhaltet ihr von Hello Fresh Vorschläge für die gewählten Gerichte der nächsten Lieferung. Diese könnt ihr jeweils bis 5 Tage vor der Lieferung ändern und so genau an euren Geschmack anpassen. Jede Woche stehen dazu über 30 Gerichte zur Auswahl (teilweise allerdings mit Aufpreis, also Augen auf). Ich habe etwa zwei Drittel der Gerichte getauscht, weil es mir entweder zu langweilig war oder ich damit gar nicht klar kam – aber immer coole Alternativen gefunden.

Die Lieferung erfolgte pünktlich per DPD im Laufe des Zustell-Vormittags. Obwohl das Paket dank des DPD-Fahrers den halben Tag in der prallen Sonne stand, war mit den gelieferten Waren alles bestens – unabhängig ob frischer Salat oder TK-Ware.

Der Karton, in dem die Zutaten geliefert werden ist sehr stabil. Darin findet ihr mehrere Papiertüten, jeweils eine pro Gericht mit den frischen Zutaten, Gewürzen, und Konserven. In einem speziellen Beutel aus wiederverwertbarem Zellulosematerial findet ihr gekühlte Waren, wie Fleisch oder auch Milchprodukte (Sahne, Joghurt), kühl gehalten mit Kühlpacks bestehend aus Kunststoff und Wasser. Die zusätzlichen Verpackungsmaterialien sind damit auf jeden Fall recyclebar.

 

Anleitungen und Zubereitung und Geschmack

Zunächst einmal der Hinweis: Lest euch die Anleitungen (falls ihr es auch mal testet) in Ruhe vorher durch. Ich habe das die ersten Male nicht gemacht und dann während der Zubereitung festgestellt, das ich es anders machen würde und damit deutlich Zeit sparen würde. Man hat halt meistens schon selber gewisse Abläufe.

Wie bereits erwähnt, werden die Zutaten der Gerichte in einer Papiertüte geliefert, jeweils mit einer Nummer versehen. Diese findet ihr auf den beigelegten Rezeptbögen wieder. Gedruckt sind diese auf stabilen DIN A 4 bögen, auf der Vorderseite ein Foto des Gerichtes und der Zutaten, auf der Rückseite Mengenangaben, Nährwerte und eine bebilderte Anleitung in 6 Schritten.

Die Anleitungen sind auch für Menschen mit wenig Küchen-Erfahrung leicht umzusetzen. Die meisten Hilfsmittel, sprich Küchengeräte / Küchenausstattung dürften ebenfalls vorhanden sein. Die Zeitangaben der einzelnen Schritte stimmen ziemlich genau. Ebenfalls ist die Gesamtzubereitungszeit in der Regel passend angegeben – abkürzen lässt sich leider auch eher wenig.

Wenn ihr euch an die Anleitung haltet, bekommt ihr praktisch genau das Gericht auf den Teller, wie auf der Vorderseite abgedruckt, also nicht nur ein „Symbolbild“ auf der Anleitung.

Was mich ein wenig bei der Zubereitung gestört hat: Sehr oft wird der Ofen genutzt, um Gemüse vorzugaren oder zu garen. Das mag für das perfekte Gelingen optimal sein. Ihr könnt aber Zeit und Energie sparen, wenn ihr das Gemüse kurz in der Pfanne fertig macht. Wenn ihr ohnehin den Ofen benötigt, um das Gericht zuzubereiten, zählt das natürlich nicht.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten!

Daher ist es müßig, sich darüber auszulassen, ob die Gerichte „schmecken“. Wichtiger scheint mir dabei, ob die Gerichte so schmecken, wie es auf der Webseite beschrieben ist. Da kann ich sagen, dass es zumindest bei meinen 6 Gerichten der Fall war. Was mir positiv aufgefallen ist: Es war nichts überwürzt oder anderweitig extrem im Geschmack. Salz und Pfeffer fügt man ohnehin selber hinzu, nach eigener Lust und Laune (bei mir eher weniger). Viele Gerichte enthalten Knoblauch, was ich sehr mag, wer da empfindlich ist, kann auch weniger nehmen oder diesen weglassen. Insgesamt kann ich sagen: Mir hat es geschmeckt, das ist also kein Grund, nicht weiter mit Hello Fresh zu essen.

Fazit: Praxis und Umwelt

Ich habe das Experiment „Hello Fresh“ nach der zweiten Lieferung und damit insgesamt 6 Gerichten erst einmal beendet, dies aus mehreren Gründen:

  • die Preise pro Mahlzeit / Portion sind insgesamt relativ hoch (außer in der gesponserten Probezeit)
  • die Gerichte eignen sich nur sehr eingeschränkt, um sie für den nächsten Tag aufzubewahren (ich koche gerne am Wochenende vor)
  • die Portionen waren mir teilweise etwas klein und lassen sich dann schwer anpassen. In dem Fall kann man eher selber alles einkaufen

Beim Faktor Umwelt bin ich mir in der Einordnung nicht ganz sicher. Auf der einen Seite sind die Produkte soweit es geht wenig verpackt und die Materialien problemlos zu recyclen. Auf der anderen Seite ist überhaupt Verpackung notwendig. Gerade wenn man, wie ich nur wenige Mahlzeiten bestellt, wird das Verhältnis von Verpackung und Transport im Vergleich zum eigenen Einkauf vor Ort doch eher ungünstig. Dagegen kann man rechnen, dass man wirklich keine Lebensmittel wegwerfen muss (und dies auch bei der Produktion vermutlich weniger ist, als bei der Lagerhaltung im Lebensmittelhandel).

Das klingt jetzt insgesamt recht negativ, aber stellt sich für mich derzeit so dar.

Auf der positiven Seite steht auf jeden Fall:

  • ihr bekommt alle Zutaten wirklich frisch und in den notwendigen Mengen geliefert
  • die Zubereitung gelingt auf jeden Fall
  • es kommt viel Abwechslung auf den Tisch, zumindest bei mir ist das sonst weniger der Fall

Mein Fazit in ein, zwei Sätzen: Im Moment ist Hello Fresh nichts für mich. Die Rezepte haben mich aber dazu gebracht, selber mal das ein oder andere auszuprobieren. Ich gebe aber zu, dass das nur klappt, wenn ich viel Zeit und Lust habe, ansonsten bleibt es wohl bei meinen „Standard-Mahlzeiten“.

PS: An den Fotos seht ihr, dass sich mein Equipment verändert hat. Es ist neues Licht dazu gekommen. Das wird dann der nächste Beitrag auf dieser Seite sein 😉

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