Webseiten – Geschwindigkeit ist Trumpf

Immer wieder hat man das Gefühl, dass alles um einen herum immer schneller geht. Das macht auch vor dem Internet keinen Halt. Können da meine Internet-Seiten mithalten? Ich fürchte nein. Aber wo liegen die Gründe?

Die 3 Sekunden Regel

Eine Grundregel für Webpages besagt, dass sie in weniger, als 3 Sekunden geladen sein soll. Sprich, der Besucher soll innerhalb der ersten Sekunden sofort das finden, was er auf der Seite vermutet (dazu muss die Seite nicht zwingend komplett geladen sein). Allgemein geht man noch von etwas weniger aus, nämlich von 1,5 – 3 Sekunden.

Dabei sollte man beachten, dass sich mobile- und Desktop-Varianten deutlich unterscheiden. Mobile Seiten sollten sich daher eher am unteren Ende der Spanne orientieren. Desktop-Varianten können auch mal einen Tick mehr Daten laden – dabei bleiben sie meist dennoch schneller. Sie sind schneller angebunden und haben leistungsfähigere Hardware. Aus dieser Tatsache folgt direkt, dass eine Webseite unbedingt über eine optimierte mobile Version verfügen sollte.

Systemrelevant

Die Geschwindigkeit einer Website hängt in weiten Teilen vom verwendeten System ab. Wenn es sich nicht gerade um große Firmen-Webseiten handelt, wird oftmals ein CMS verwendet und dort sind die Geschwindigkeiten schon vom reinen System her deutlich unterschiedlich. Sistrix, ein Anbieter von umfangreichen Web-Inspektions-Software hat eine Reihe von CMS untersucht und kommt zum Teil zu überraschenden Ergebnissen:

Die Geschwindigkeitstabelle führt der Homepage-Baukasten Jimdo an, direkt gefolgt vom eher komplexen TYPO3. Das beliebte Drupal findet man im oberen Mittelfeld. An vorletzter Stelle findet sich das wohl amweitesten verbreitete WordPress und das Schlußlicht bildet der Homepage-Baukasten Wix. Das WordPress soweit hinten zu finden ist, liegt nicht alleine am Grundsystem WordPress, sondern sicher auch daran, dass es diverse vollgepackte Themes gibt und das stets viele Plugins genutzt werden. Das ist der Preis der einfachen Installation und Verfügbarkeit.

Meine Seiten

Ich bin vor einigen Jahren von Joomla (auch eher am unteren Ende der Tabelle zu finden) auf WordPress umgestiegen, weil Joomla damals nicht wirklich vorwärts ging. Diese Seite (www.andireit.de), meine Fotografen Homepage (www.reitmaier-foto.de) und meine Athleten-Page (www.ar-athletic.de) basieren alle auf WordPress. Vor allem, weil es mir nicht sionnvoll erscheint, mehrere Systeme zu erlernen.

Ehrlich gesagt habe ich mir bisher auch zu wenig Gedanken zum Thema Pagespeed gemacht (was leider an AndiReit auch zu sehen ist). Sicher kennt ihr alle das Phänomen, auf dem eigenen Rechner läuft die Seite perfekt, erst wenn man jemand anders die Seite vorführen möchte erkennt man Schwächen.

Google bewertet die Geschwindigkeit inzwischen ganz anders und gewichtet sie deutlich höher, wobei der Inhalt immer noch das Hauptargument ist. Tolle SEO Tricks mit Stichwörtern, SEO-Texten und all den Old-School-Geschichten könnt ihr euch praktisch sparen, wenn die Geschwindigkeit nicht stimmt.

Wo ansetzen?

Die Infos aus den PAgeSpeed Insights von Google sind recht umfangreich. Das Problem ist jedoch, dass man für wirkungsvolle Änderungen sehr tief in die Materie einsteigen muss. Wenige Probleme lassen sich ohne tiefere Kenntnisse der dahinter liegenden Techniken auflösen. Ein paar Dinge gehe ich im Moment selber an. Bei weitergehenden Problemen fragt ihr besser Spezialisten, die sich mit dem Pagespeed-Thema auskennen.

  • nicht benötigte Plugins und Themes nicht nur deaktivieren, sondern auch restlos löschen
  • prüfen, ob Plugins notwendig sind, sprich für die Funktion der Seite unabdingbar sind oder ob sie nur „schöner“ machen
  • Bilder prüfen, ob sie im bestmöglichen Format vorliegen und ob Größe und Komprimierung korrekt sind
  • Texte können unnötigen Code beinhalten, wenn du ihn aus zum Beispiel Word kopierst, also kontrollieren, ob reiner Text verwendet wird und unnötigen Code entfernen
  • weitere Optimierungen können mir Eingriffe in den Code bringen, wobei der Aufwnad hier nicht zu unterschätzen ist, wenn etwa Zeilenumbrüche entfernt werden oder Scripte ausgelagert werden

Hilfe durch Plugins?

Verschiedene Plugins für WordPress ermöglichen ebenfalls eine besser Performance. Der Nachteil ist allerdings, dass weitere Plugins natürlich gleichzeitig wieder mehr Datenlast bedeuten. Auch bei diesen Hilfsmitteln gilt es also Sparsam zu sein 😉

Ein empfehlenswertes Plugin ist auf jeden Fall „W3 Total Cache„. Das Plugin bietet nicht nur verschiedene Cache-Optionen, um so Dateien nur einmal beim Besuch einer Seite zu laden. Eine weitere Option minimiert den Code der deine Website ausmacht und spart so schon im Voraus Traffic und damit Zeit.

Die Grundkonfiguration ist denkbar einfach. Für weitere Einstellungen gibt es diverse Hilfe-Seiten im Netz.

Arbeitsauftrag

Daraus folgt ein klarer Auftrag für dich und mich: Prüfe deine komplette, komplexe WordPress Installation und versuche der Geschwindigkeit einen neuen Schub zu verpassen.

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