Kurz angetestet und verworfen – Photolemur 3

Mal schnell ein Foto aufpeppen, zurechtschneiden und abspeichern – dafür sind Lightroom, Photoshop & Co. zu träge und komplex. Mit künstlicher Intelligenz soll Photolemur 3 allen unter die Arme greifen, die schnell ein Foto pimpen wollen. Ich habe es auf einige meiner Fotos losgelassen und dann ziemlich schnell wieder ignoriert.

Werfen wir zunächst einmal einen Blick auf die Beschreibung des Herstellers:
„Die KI von Photolemur 3 verwandelt deine gut aussehenden Bilder automatisch in großartige, indem Millionen von Details analysiert und komplexe Korrekturen sofort durchgeführt werden.“
Je nach Anspruch sehen Fotos, die ihr auf Photolemur „werft“ tatsächlich besser aus. Zumindest, wenn ich Lanschaftsaufnahmen oder wenigstens NICHT Portraits verfüttert habe, waren die Fotos anschließend „besser“!
Das Foto wirkt mit Photolemur behandelt tatsächlich attraktiver. Bei genauem Hinsehen bemerkt man jedoch, dass das Original schärfer ist, als das bearbeitete Foto.

 

Warum das besser in Anführungsstrichen?
Das was Photolemur, in meinen Augen, auswirft, sind Korrekturen, die das Foto mehr knallen lassen. Das heißt, sie sind vor allem in Social Media Anwendungen gut zu gebrauchen und werder dort auch wahrschienlich besser wahrgenommen, geliked, kommentiert.
Will ich die Fotos jedoch zum Beispiel drucken und zum Beispiel für einen Kalender verwenden, sieht das ganze schon wieder anders aus.
Bei diesem, zugegebener Massen schwierigen Foto, vernichtet Photolemur die ganze Stimmung. Farben werden nicht gesättigt, sondern das gesamte Foto wird viel zu stark aufgehellt. Wieso schützt die KI nicht bestimmte Bildteile?

 

Die angepriesene künstliche Intelligenz (KI) ist bei den von mir genutzten Fotos nicht zu erkennen. Weder konnte ich erkennen, dass Gesichter anders optimiert werden, als Landschaften, noch sieht man eine Verbesserung der Augen.
Hier zeigt Photolemur einmal, was funktioniert: Das Grün ist satt und angenehm, die Kontraste stimmen und Details kommen gut rüber.

 

Auch scheiter die KI daran, wenn ich ein bereits bearbeitetes Foto erneut in Photolemur lade: Es wird erneut bearbeitet, obwohl ein optimales Ergebnis ja eigentlich schon vorhanden sein müsste.

Fazit

Das Versprechen, mittels KI Fotos intelligent und automatisch zu bearbeiten macht neugierig. Leider kann das Versprechen nicht ganz eingehalten werden.
Zwar gelingt es Photlemur 3 Fotos, vor allem bei gegenständlichen Aufnahmen, so zu optimieren, dass sie mehr Eindruck erwecken.
Werden die Fotos dadurch besser? Das kommt sicher auf den Anspruch an. Für den schnellen Effekt für die Social-Media-Welt scheint Photolemur geeignet.
Um von einer echten Verbesserung zu sprechen, muss die KI noch besser arbeiten und wirklich erkennen, wie einzelne Bereiche, weitgehend unabhängig voneinander, zu behandeln sind.

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