Facebook, Instagram oder doch die eigene Homepage – was bringt mehr ?

Facebook schränkt die Reichweite immer weiter ein, Instagram zeigt die Fotos in ner komischen Reihenfolge an. Solche klagen hört man immer wieder und so richtig glücklich bin ich im Moment auch nicht, aber was ist die Alternative oder gibt es einen Königsweg?

Ausgangslage:

Ich habe noch vor etwa 2 Jahren sehr viel auf Facebook gearbeitet. Zu der Zeit meistens über meine Fotografen-Seite, also nicht mein dazugehöriges Profil. Das lief recht gut, es kamen einige Kontakte zustande und es gab regelmäßig Reaktionen in Form von Kommentaren und Likes.

Spätestens an dem Zeitpunkt an dem Instagram so populär geworden ist, ließ dies aber nach. Am Anfang konnte ich das noch ausgleichen, in dem ich von A nach B und zurück verwiesen habe, aber der Effekt verbraucht sich relativ rasch.

Instagram ist ja sehr fotolastig, also theoretisch die perfekte Umgebung für Fotografen, die ihre Fotos präsentieren wollen. Instagram hat aber einen Haken: es gibt zwar viele Likes und man wird gesehen, aber es gibt keinen vernünftigen „Rückkanal“. Sprich, es ist nicht unbedingt üblich, Direktnachrichten zu verwenden in Instagram. So bleibt das ganze oft recht einseitig – wobei sich das seit den Stories verbessert hat. Mit denen werde ich aber noch nicht recht warm. Hat man nicht über 10.000 Follower bzw. ist man „geprüft“ sind die Möglichkeiten auch leider etwas begrenzt. Links sind ann immer noch nicht möglich.

Und ne Homepage?

Bleibt die eigene Homepage. Hier hat sich in den letzten Jahren WordPress durchgesetzt. Eigentlich für alle Web-Auftritte, die nicht komplexere Anwendungen, wie große Shopsysteme, CRM oder ERP dahinter sitzen haben. Ich selber setze auch seit vielen Jahren darauf – hab mich allerdings auch erst einarbeiten müssen. Wenn man das einmal gemacht hat, wechselt man nur ungerne.

Ich arbeite mit mehreren Homepages. Zum einen AndiReit, auf der ihr diesen Artikel gerade lest und zum anderen www.reitmaier-foto.de;, auf der ich meine Foto-Arbeiten präsentiere.

So etwas wie AndiReit funktioniert auf Facebook nicht so gut – zumindest waren meine Versuche wenig erfolgreich und so habe ich mich dabei auf das Web beschränkt. Das liegt schon alleine an der Textlastigkeit, außerdem biete ich ja bisweilen Lösungen auf ganz spezielle Probleme an, die ich auch selber hatte. Die findet man zwar gut über die Google-Suche, aber kaum in Facebook wieder.

Die Fotografie-Homepage bietet mir die Möglichkeit, Fotos schöner zu präsentieren, thematisch zu sortieren und letztendlich auch mehr Möglichkeiten, direkt für Shootings zu werben (genauere Beschreibung usw.). Abgesehen davon, dass ich Fotos größer und in höherer Qualität verwenden kann. Das Problem hier ist allerdings ebenso der Rückkanal. Eine einfache Chat-Funktion nutze ich nicht, es wird über die klassische E-Mail kommuniziert. Dies gelingt aber meist erst, wenn ohnehin schon großes Interesse besteht und es muss immer vom Kunden ausgehen.

Vergleich

Facebook

+ Interaktion (Messenger)
+ große Zielgruppe
+ optimiert für mobile Nutzung

– Reichweite zurückgehend
– unübersichtlich
– großes Publikum nur noch über bezahlte Artikel

Instagram

+ ständige Zuwächse
+ aktive Community
+ optimiert für mobile Nutzung

– schwierige Kommunikation
– sehr schnelllebig

Webseite

+ zukunftssicher
+ individuell zu gestalten
+ in Google-Suche zu finden

– Besucher kommen nicht automatisch
– für funktionierende Technik selber verantwortlich
– mobile Nutzung muss selber sichergestellt werden

Lösungsansatz: Homepage plus…

Die einzige Möglichkeit, den Vor- und Nachteilen der einzelnen Plattformen zu entgehen, ist ein kombinierter Einsatz der gegebenen Möglichkeiten. Dabei ist es sinnvoll, die spezifischen Vorteile der Plattformen zu nutzen.

Meine Webseite(n) dienen dazu, Inhalte so darzustellen, wie ich es mir vorstelle bzw. wie es für meine Besucher am angenehmsten und schnellsten ist. Hier auf AndiReit kann ich also ausführliche Texte präsentieren, mit Zwischenüberschriften integrierten Bildern und bei Bedarf sogar Tabellen. Diese Option bietet weder Facebook noch Instagram. Insgesamt also der Platz, an dem ich meine Leistungen ausführlich vorstellen kann.

Ich kann ein Kontaktformular einfügen, so dass Besucher mir schnell eine E-Mail schreiben können. Oder ich nutze einen entsprechenden Button, so dass sie mich schnell über Facebook erreichen können und ich so direkt in einen Chat eintreten kann.

Was ich nur geplant, aber derzeit noch nicht umgesetzt habe, ist die Integration des Instagram-Feeds auf meiner Foto-Webseite. Dazu habe ich ein tolles Plugin gefunden „Instagram Feed – WordPress Instagram Gallery„. Es bietet tolle Optionen und ist mit 19 $ durchaus bezahlbar, wenn man es intensiv nutzt.

Ich persönlich beschäftige mich seit einigen Jahren mit Homepages auf Basis von WordPress. Der Einstieg ist nicht immer ganz leicht und Hilfen von Außen kann man da gebrauchen. Ich setze das ganze jedoch direkt auf dem Webspace meines Providers ein. Wer sich das nicht zutraut, findet jedoch auch fertige Angebote. So bietet der bekannte Provider 1und1 zum Beispiel mit seinem WordPress Hosting fix und fertig eingerichtete WordPress Installationen, mit denen ihr sofort loslegen könnt, wertvolle Inhalte zu präsentieren, statt euch um die Technik zu kümmern.

…Social-Media

Zweites Standbein meiner Strategie ist Instagram. Hier habe ich keine Chance, viele Inhalte zu transportieren – von daher findet AndiReit dort nicht statt, wohl aber meine Fotografie.
Denn Instagram ist optimal für Fotos geeignet. Dazu ein, zwei griffige Sätze zur Beschreibung und ein paar #Hashtags, um leichter gefunden zu werden.

Instagram ist die Plattform, auf der man mal schnell reinschaut. Dort kann ich Fotos zeigen und so Aufmerksamkeit bekommen. Wer das gezeigte mag, wirft einen Blick in das Profil und kann meine Homepage aufrufen oder mir direkt eine E-Mail schreiben (das Direktnachrichtensystem von Instagram wird nicht so intensiv genutzt, wenn es auch immer mehr wird).

In sofern ist Instagram für mich quasi eine Plattform zum „teasern“.

Abgerundet wird das ganze mit Facebook. Nachdem ich eine Zeit lang Facebook vernachlässigt hatte und nur mehr Instagram im Blick hatte, fahre ich jetzt wieder eine mehrgleisige Strategie und verwende Facebook wieder etwas häufiger. Wobei das Profil gegenüber der Facebook Page in den Vordergrund gerückt ist. Dort erreiche ich, ohne zusätzliche Werbekosten, einfach mehr Leute.

Trotz Instagram und Homepage findet im übrigen ganz viel Kommunikation über Facebook statt. Der Messenger ist den Leuten einfach vertraut und er ist nicht so zugemüllt, wie Facebook selber. Ich lenke Interessenten von Instagram oft auf Facebook ggf. auf WhatsApp um, weil es sich dort besser kommunizieren lässt.

Die Mischung machts

Mit einer Plattform alleine kommt ihr heute nicht immer an euer Ziel. Für den ein oder anderen reicht Instagram oder Facebook, um seine Ideen umzusetzen und evtl. sogar Geld zu verdienen. Für die Meisten wird es jedoch eine Kombination der verschiedenen Methoden sein müssen.

Zusätzlich sind spezielle Plattformen, wie Model-Kartei(en) für Fotografen, Models, Pinterest für alles um schöne Dinge (Kunst, Kosmetik, Kleidung) oder XING für professionelle Suchen ebenfalls noch nützlich. Da müsst ihr euch euere Plattformen so zusammenstellen, wie es euer Business verlangt. Das heißt natürlich auch probieren, Erfolge Messen, Erfahrungen sammeln und ggf. auch einfach mal wechseln.

Aber denkt daran: Richtig erfolgreich werdet ihr nur, wenn euch das, was ihr macht zumindest die meiste Zeit wirklich Spaß macht.

PS: Was ich im Artikel gar nicht näher beleuchtet habe und woran ich bei meinen Webseiten glaube ich auch zu wenig dran denke, ist das Thema „Mobiles Internet“. Die meisten Menschen surfen inzwischen mit Handy unterwegs oder dem Tablet zu Hause. Dafür sind Facebook und erst Recht Instagram optimiert. Bei deiner Homepage musst du dich selber darum kümmern. Ein wirklich wichtiger Punkt.

Der Artikel wird wohl demnächst mal eine Fortsetzung / Erweiterung finden.

PPS: Zum Thema „Reichweite“ hat Calvin Hollywood einige interessante Beiträge verfasst. Unter anderem ein paar Tipps, wie du auf Instagram erfolgreicher werden kannst. Den Post findest du hier.

1 Gedanke zu „Facebook, Instagram oder doch die eigene Homepage – was bringt mehr ?“

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