Das Canon 100-400 mm Tele-Zoom im Praxis-Einsatz

Zur Erweiterung meiner Objektiv-Sammlung für die Sportfotografie stand ich im Frühjahr vor der Frage, welches Objektiv ich mir denn zulegen soll: Das sündhaft teure Canon 70-200 / 2.8 L oder das etwas längere und günstigere Canon 100-400 mm. Ich habe mich für den sportlichen Schwerpunkt entschieden und das längere Objektiv (gebraucht) gekauft. Wie ich damit zurecht komme und ob ich zufrieden damit bin, lest ihr hier.

Das 100 – 400 mm ist mit einer Lichtstärke ab 4.5 kein Lichtriese. Da ich es beim Sport aber überwiegend im freien einsetze, stellt dies in der Regel kein Problem dar. Als Sportereignisse, bei denen ich das Objektiv einsetzen wollte, standen im Sommer mehrere Football Spiele der Kassel Titans, die IXS Dirtmasters in Winterberg mit mehreren Dirt-Bike-Events und ein Mountain-Bike-Marathon auf dem Programm.

Das Canon 100-400 mm im Einsatz

Der erste Einsatzort lag im Sauerland. Das Dirtmasters Festival besuche ich seit 2009, um dort teilweise spektakuläre Bike-Fotos zu machen. Besonders für den Downhill-Wettbewerb, aber auch für 4-Cross hatte ich den Einsatz der langen Linse geplant.

Die Nachteile zuerst: Zusammen mit der Canon EOS 5d MK III bringt die lange Linse ordentliches Gewicht auf die Waage. Entweder man ist sportlich und bewältigt dieses Gewicht mit purer Kraft (wohlbemerkt über den ganzen Tag hinweg) oder man verwendet ein Stativ. Im Sport-Bereich kommt dabei in der Regel ein handliches Einbein-Stativ zum Einsatz. Insgesamt schleppt der Fotograf so eine ganze Menge an Gepäck mit sich herum.

Mein positiver Eindruck:

Das 100-400 harmoniert sehr gut mit meiner EOS 5d! Es sind mir ein paar Aufnahmen gelungen, die mich schon ein wenig begeistert haben. Zwar reagiert die Kombi etwas langsamer, als etwa mit dem 24-105er, aber es ist ja auch deutlich mehr zu bewegen. Dafür bin ich recht flexibel, kann nahe an das Objekt heran zoomen und andere Perspektiven wählen, als ich es bislang gewohnt war. Positiv war dies auch beim abendlichen Endlauf im 4X, wo ich keinen guten Platz an der Bahn hatte – aber dafür mein Canon 100-400 mm Objektiv.

Besonders positiv viel mir auf, dass es bei dieser Kombi praktisch keine verwackelten Fotos gab und außerdem gefiel mir die Farbgebung der Kombi sehr gut.

Ein paar Fotos vom Dirtmasters gibt es bei Facebook zu sehen.

IXS Dirtmasters 2017 Winterberg

Beim Football:
Auch hier überwiegen die positiven Aspekte. Weil es auch dabei spannend ist, Nahe ans geschehen zu kommen, was mit meinen anderen Objektiven bislang nicht möglich war. Eng wird es lediglich, wenn sich das Spiel bzw. der Spieler auf einen zubewegt. Da kommt manchmal der Autofokus nicht mit oder die Spieler finden keinen Platz mehr im Bild. Aber dem kann man vorbeugen, in dem man das Spiel aufmerksam liest.

Ein paar Fotos vom Football gibt es bei Facebook zu sehen.

Beim MTB Marathon
Bei meinem bislang letzten Einsatz des Objektivs zeigte sich eine Schwäche, wenn das Licht zwar ausreichend, aber nicht optimal ist. Der Autofokus reagiert langsamer, als gewohnt. Ich hatte schon während der ersten Fotos gemerkt, dass ich nicht gewohnt schnell agieren konnte. Besonders, wenn mehrere Fahrer hintereinander vorbeifuhren, war einiges an Ausschuss dabei. Ich wechselte dann doch notgedrungen auf mein 24-105 er, mit dem ich in dieser Situation besser zurecht kam.

Fazit Praxiseinsatz

Für den von mir geplanten eignet sich das Canon 100-400 mm hervorragend. Wie erwartet zeigt es sich bei nicht optimalen Lichtbedingungen etwas sperrig, aber im Allgemeinen verhält es sich bei Outdoor-Aufnahmen gutmütig.

Mir gefällt die Farbwiedergabe sehr gut und die Schärfe ist ebenfalls gut bis sehr gut – in Kombination mit meiner 5d MK III wohlbemerkt.

Der Preis

Wer nicht haupt- oder zumindest intensiv nebenberuflich in der Fotografie arbeitet, für den sind die Canon L Objektive ein ziemlicher Luxus. In diesem Fall habe ich mir diesen Luxus geleistet, allerdings „gebrauchten“ Luxus.

Bei Objektiven bin ich ohnehin schon immer bereit, auf gebrauchte Waren zurückzugreifen, da diese im Normalfall kaum Verschleiß unterliegen und ich bislang nur gute Erfahrungen damit gemacht habe.

In diesem Fall habe ich das Objektiv über den Anbieter von Gebrauchtwaren „Rebuy“ getätigt (Link siehe unten). Dieser bietet Geräte in unterschiedlich gekennzeichneten Qualitäten an und gibt eine Garantie auf Funktion der Gebrauchtwaren.

Das Objektiv war mit einem Preis von rund 700 € im bezahlbaren Bereich und ich hoffe, durch den Verkauf des ein oder anderen Fotos diese Summe mittelfristig wieder einzuspielen. Meine Fotos verkaufe ich übrigen bei Pictrs (www.pictrs.com/andreas-reitmaier-fotografie). Falls Interesse besteht, kann ich darüber gerne einmal einen ausführlichen Bericht oder ein Tutorial verfassen.

Fazit

Für mich war das Canon 100-400 mm auf jeden Fall ein sinnvoller Kauf. Im Sportbereich sind lange Brennweiten einfach unverzichtbar und das Canon bietet eine super Qualität. Ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, muss jeder selber entscheiden. Ich bin mit dem Kompromiss eines Gebrauchtkaufes jedenfalls bisher super gefahren. Daher verlinke ich euch mal den Gebraucht-Supermarkt Rebuy über den Umweg von Aklamio. Übrigens: zu Aklamio folgt in den nächsten Tagen ebenfalls ein Artikel.

Link zu Rebuy über Aklamio*

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