JBL Xtreme – Satter Sound ganz ohne Kabel

Zu Weihnachten gönne ich mir meistens eine kleine oder größere technische Spielerei. In diesem Jahr war die Technik wieder eher praktisch ausgerichtet: der JBL Xtreme Bluetooth Lautsprecher darf in Zukunft mein Esszimmer berieseln und da er ja nun mal extrem transportabel ist natürlich auch mal im Garten, auf der Terasse oder im Schwimmbad für Spaß sorgen.

Bisher hatte ich wenig Lust auf Bluetooth Lautsprecher – zwar höre ich immer öfter Musik vom Computer bzw. iPhone, aber die meist angebotenen Bluetooth-Teile sind meistens so klein, dass ich von ihnen keinen sinnvollen Klang erwarten kann. Der ein oder andere Hersteller hat das auch erkannt und so gibt es seit ca. 2 Jahren neben den Hosentaschen Bluetooth Lautsprechern auch beinahe schon ausgewachsene Boxen mit Bluetooth-Anschluss und vor allem Akku-Betrieb.

Die andere Variante, mit der ihr Musik vom iPhone kabellos an Verstärker und Lautsprecher usw. sendet, gibt es ja schon länger. Bei Apple heißt das ganze Airplay und eine ganze Reihe HiFi-Hersteller können die Daten in ihren Receivern empfangen. Ich selber nutze für diese Zwecke die Apple TV Box. Der Nachteil liegt einfach darin, dass die Empfangsgeräte ihrerseits kabelgebunden sind, sprich einen Stromanschluss benötigen.

Nach dem ich im Sommer das ein oder andere JBL Model im Schwimmbad gesehen und gehört hatte, habe ich mich dann mal intensiv damit beschäftigt und mich dann kurz vor Weihnachten für das größte Modell JBL Xtreme entschieden.

Warum das Xtreme Modell?

Musik soll Spaß machen und dazu gehört bei mir auch ein gewisses Bassvolumen. Nicht das ich überall noch einen Subwoofer dazustelle, wenn ich Musik hören möchte, aber selbst klassische Musik oder normale Pop-Hintergrundmusik macht wenig Spaß, wenn das Bassfundament fehlt. Von Party und ähnlichen Anlässen einmal ganz zu schweigen. Bass setzt aber, trotz aller technischen Tricks, immer ein gewisses Volumen voraus. Dies hat die JBL Xtreme zu bieten. Das damit der Transport immer schwieriger wird, stört mich ind em Fall nicht. Ich will die Box nicht im Rucksack immer mit mir rumschleppen. Und für einen gelegentlichen Transport packt man sie schnell ins Auto oder benutzt den praktischen Umhängegurt, der ruck-zuck per Karabiner eingehakt ist.

Bedienung

Es gibt wenig zu bedienen am JBL Xtreme. Zunächst einmal muss er natürlich mit Energie betankt werden. Dies erfolgt über ein Steckernetzteil. Sämtliche Anschlüsse: 2 x USB, Steckernetzteil und Aux-Eingang, befinden sich im unteren Teil der Box – verdeckt durch einen Reißverschluss. Die USB-Anschlüsse werden genutzt, um MP3-Dateien zuzuspielen oder um zum Beispiel Smartphones zu laden – wofür bei dem Potenten eingebauten Akku meistens genug Reserven vorhanden sind.

Auf der Oberseite des Gerätes befinden sich insgesamt 6 Bedienelemente zum Einschalten des Gerätes, herstellen der Bluetooth Verbindung, Regeln der Lautstärke und Steuerung der Musik von angeschlossenen USB-Speichern.

Insgesamt gibt es wenig zu bedienen und entsprechend Kompakt fällt die mitgelieferte Anleitung aus.

Am vorderen, unteren Rand des Gehäuses sind außerdem 5 LEDs platziert, die bei eingeschaltetem Gerät den aktuellen Akkustand anzeigen.

Mein erster Eindruck

Ich kannte ja den Klang der kleineren JBL schon, von daher wusste ich in etwa, was mich bei der Xtreme erwartet.

Doch starten wir mal ganz am Anfang:

Zunächst einmal gilt es, die Xtreme mit Strom zu versorgen. Ihr könnt die JBL wahlweise direkt am Stromnetz betreiben oder eben über den integrierten Akku. Der Akku wird vollständig innerhalb von 3 – 4 Stunden geladen. Ihr könnt das Gerät während der Zeit schon benutzen.

Hauptanwendung dürfte sein, die Xtreme per Bluetooth mit Musik zu versorgen. Dazu wählt ihr die Bluetooth-Taste auf der Geräteoberseite, die dann Blau blinkt. Anschließend ruft ihr auf eurem Smartphone die Bluetooth Einstellungen auf. Die Xtreme sollte dort angezeigt werden und über den Befehl “verbinden” stellt ihr den Kontakt her. Jetzt könnt ihr in beliebigen Programmen eure Musik abspielen und die JBL macht daraus euer Musikerlebnis.

Die im AppStore angebotene JBL Connect Software benötigt ihr im Normalfall nicht. Diese dient nur, um ein paar spezielle Funktionen zu aktivieren (etwa das Verbinden zweier JBL Bluetooth Boxen oder ein Software-Update).

Klang und Lautstärke

Der Klang, der aus der JBL Xtreme kommt, ist schon erstaunlich und zwar in zweierlei Hinsicht. Zum einen hat die Xtreme eine ordentliche Power – keine Wunder, bei der Größe und ca. 2 kg Lebendgewicht. Auf der anderen Seite hat sie eine sehr ordentliche Abstimmung. Bässe kommen zwar kräftig, aber nicht zu stark und das Problem, das bei anderen Boxen Auftritt, dass die Mitten und Höhen zu scharf klingen, tritt hier auch eher nicht auf. Ich finde, sie hat einfach einen ausgewogenen, angenehmen Klang.

JBL hat bei der Xtreme nicht an Lautsprechern und Leistung gespart. Mit 2 x 10 Watt bringt sie ausreichend Leistung mit, um auch bei größeren Lautstärken eine ansprechende Klangqualität zu bieten. Dazu kommt das sehr schwere und stabile Gehäuse, das vor Störgeräuschen durch das selbige schützt.

Bei der Xtreme braucht ihr im Übrigen keine Angst haben, dass die volle Leitung nur bei externer Stromversorgung erreicht wird. In einem kleinen Test konnte ich zwischen Netz- und Akku-Betrieb nur minimale Unterschiede feststellen.

Die Lautstärke ist insgesamt mehr als ausreichend. Für eine leichte Hintergrundmusik sowieso, aber auch im Schwimmbad (Ärger mit dem Bademeister vorprogrammiert 😉 ) oder beim Sport macht sie eine top Figur. Ob im Rasen stehend oder mit dem Tragegurt irgendwo in Kopfhöhe befestigt, bringt sie Stimmung in jedes Spiel.
Selbst kleinere Feten beschallt sie locker.

In kleineren Räumen müsst ihr ein wenig aufpassen. Nahe der Wand platziert oder gar auf labilen Möbeln kann es sein, dass es leicht anfängt zu dröhnen oder der Ikea-Tisch vibriert – da macht sich dann das Basspotential bemerkbar. Im Freien bringt das dagegen Vorteile, da auch bei freier Aufstellung auf dem Rasen noch genügend Bassfundament vorhanden ist.

Die Lautstärke der Box lässt sich in vernünftig kleinen Schritten justieren. Außerdem gleicht sie sich mit dem Signalgeber per Bluetooth aus. Beim Wechsel des Programmes, etwa von Apple Music zu YouTube oder ähnlichem gibt es keine eklatanten Lautstärkesprünge.

Weitere Details

Nicht uninteressant ist natürlich auch die Laufzeit des Akkus, also der wirklich kabellose Musikgenuss. Da schlägt sich die Xtreme wirklich gut. Etwa 12 Stunden läuft das Gerät bei moderater Lautstärke, bevor es sich abschaltet, was ein sehr guter Wert ist. Bei voller Lautstärke soll, laut unabhängigen Testberichten, nach etwa 5 – 6 Stunden Schluss sein. Das habe ich aber nicht getestet. Erstens ist es mir zu laut und zweitens entspricht es nicht unbedingt meinen Nutzungswünschen.

Bei einer Dauer von ca. 3,5 Stunden für eine Komplettladung ist das denke ich eine sehr ordentliche Akku-Leistung.

Die JBL Extreme hat eine interessantes Gehäusedesign, dessen Schutz eine Stoffummantelung ist. Sie Schützt vor Kratzern und Schmutz und sorgt, mit der Gesamtkonstruktion dafür, dass die Box insgesamt Spritzwassergeschützt ist. Sie lässt sich also perfekt auch Draussen nutzen, sogar in der Nähe eines Badesees oder im Schwimmbad.

Preis / Leistung

Bei einem hochpreisigen Produkt ist es nicht immer ganz leicht, festzulegen ob das Verhältnis von Preis zu Leistung angemessen, schlecht oder gar hervorragend ist. Bei dem JBL Xtrem handelt es sich zweifelsfrei um ein hochpreisiges Produkt, da es den Vergleich antreten muss mit diverse günstigen, ja billigen Bluetooth Boxen, die nur dazu dienen, das die Smartphone-Musik für mehr als die eigenen Ohren bereit zu stellen.

Wäre die Xtreme nur für diese Aufgabe geeignet, würde das Preis-Leistungs-Fazit sicher nicht gut ausfallen.

Die JBL Xtreme kann jedoch deutlich mehr. Je nach Anwendung ist sie in der Lage eine HiFi-Anlage zu ersetzen, begleitet die Familie beim Gartenfest und untermalt die Gymnastik oder die Aqua-Fitness. Das ganze bei spielerisch einfacher Bedienung und einem Klang, der sowohl für leise, als auch für laute Töne geeignet ist.

Nutzt man die Box in dieser Weise kann das Urteil nur lauten “hervorragend”.

Wobei der es Preis wirklich in sich hat. JBL selber ruft einen Preis von 299 € auf. Dieser wird auf der Straße freilich selten verlangt. Dort sind es in der Regel so um die 230 €, die man für die Xtreme zahlen muss.

Bei Amazon geht es teilweise noch ein paar Prozentpunkte günstiger (hier kommt es oftmals auf die Farbe an – rot ist oft preiswerter, schwarz oft am teuersten). Es lohnt sich zudem immer ein Blick in die Warehouse Deals, dort gibt es Retouren zum vergünstigten Preis bei gleichen Garantie-Bedingungen. Bei mir lag der Preis damit unter 200 €, also noch einmal ca. 10% gespart! Avisierte Spuren an der Unterseite! des Gerätes konnte ich nicht feststellen.

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Fazit

Die JBL Xtreme ist eine Bluetooth Box zum verlieben. Ihr Klang ist bei gleichzeitig reichlich potenter Lautstärke wirklich super. Sie ist flexibel einsetzbar (außer Rucksacktransport) und hat ausreichend Saft für den klassischen Nachmittag am See oder den Abend am Grill.
Das Design ist gelungen, die Bedienung sinnvoll gestaltet und spritzwasserfest ist sie nebenbei auch noch.
Wem etwa 200 € zu viel für den Spaß sind, kann ja immer noch bei den Geschwistern Charge 2 (ca. 130 €) oder Flip (ab ca. 80 €) schauen – oder besser reinhören.

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