Fotodrucker: Test und Erfahrungsbericht Selphy 910

Ich erstelle für meine Kunden ab und zu Passfotos. Um den Workflow zu optimieren, habe ich mir jetzt den Canon Selphy 910 zugelegt. Ich erhoffe mir davon Vorteile bei der Haltbarkeit der Ausdrucke und eine gleichbleibende und gute Farbqualität.

Bisher habe ich Passfotos meist auf meinem Canon MP630 ausgegeben. in letzter Zeit hatte ich aber Probleme, was die Farben anging. Nach Gesprächen mit einer befreundeten Fotografin habe ich nun den spezialisierten Fotodrucker Selphy 910 bestellt und erste Passfotos damit gedruckt.

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Installation

Das erste, für mich für ein Canon Gerät ungewohnte Problem, war die Installation. Canon selber stellt keinen Druckertreiber für OS X 10.11 El Capitan zur Verfügung. Wobei man sagen muss: Der Druckertreiber selber dürfte sogar funktionieren. Canon hat aber das Installationsprogramm nicht umgeschrieben, so dass die Überprüfung der Systemversion eine Installation verhindert.

Nach etwas Recherche bin ich auf diesen Download gestoßen, der die Installation doch ermöglicht: http://www.christianspuller.com/SelphyYosemite.pkg

Zwar ist der Installer für Yosemite geschrieben, funktionierte aber unter El Capitan problemlos.

Mitunter funktioniert der Druckertreiber jedoch nicht so wie gewohnt. Bei einigen Anwendern erscheint die Fehlermeldung „Fehler 15512“ „Papierformat wird von diesem Drucker nicht unterstützt“. Aber auch dafür gibt es eine Lösung und die stammt aus dem OpenSource Lager und nennt sich Gutenprint.

gutenprint

Ladet den Gäutenprint-Treiber (http://sourceforge.net/projects/gimp-print/?source=typ_redirect) herunter und installiert ihn. Legt anschließend über die Systemeinstellungen einen neuen Drucker an und verwendet dafür den Gutenprint-Treiber. Damit kommt ihr auf jeden Fall zum Ziel.

Bedienung und Zubehör des Fotodruckers

cp910Die Bedienung ist, hat man erst mal das Treiber-Problem erledigt, einfach. Es gibt eine Kassette, in die kommen die speziellen Papiere hinein. An der Seite ist eine Klappe, in die ihr einfach die Farbkassette einschiebt. Bei den SELPHYs gibt es auch keine Frage, wie lange die Tinte reicht. Ein Set aus Papier und Farbe reicht immer exakt für die Anzahl der Papiere aus.
Die Kassette kommt vorne in den Drucker hinein und ragt recht weit raus. Auch nach hinten wird etwas Platz benötigt, da das Papier einmal komplett durch den Drucker gezogen wird.

Vom Rechner aus bedient ihr den Selphy 910 genauso, wie jeden anderen Drucker auch. Falls er als Standard-Drucker eingerichtet ist, schickt ihr automatisch jeden Druck dorthin. Ansonsten wählt den Drucker aus und legt los.

Auch drahtloser Druck vom Handy / iPhone ist möglich. Hier könnt ihr wahlweise über ein vorhandenes WLAN eine Verbindung einrichten – war bei mir nicht möglich, da ich das Passwort nicht eingeben konnte (der Drucker ermöglicht keine Eingabe einer 0). Aber der Drucker kann auch einen eigenen Acces-Point bereitstellen.

Mit der passenden Software „Canon PRINT Inkjet/SELPHY“ ist der Druck dann super einfach.

Sonderzubehör

Ich hatte bei der Bestellung nicht nur Papier/Farbe im Standard-Format (KP-108IN) bestellt, sondern auch ein Set Aufkleber. Ich dachte, die kann man ja immer mal brauchen.

Leider habe ich die Bemerkung überlesen, dass man dafür einen speziellen Papierhalter benötigt. Dieser kostet noch einmal ca. 18 €. Um Gelegentlich mal ein oder zwei Aufkleber zu drucken war mir das dann doch zu viel.

Das gleiche gilt im Übrigen auch für das Visitenkarten-Format, dass ebenfalls angeboten wird.

Bildqualität und Einstellungen

Von der Bildqualität bin ich überzeugt, wenn nicht sogar begeistert. Sehr sauber, keine Streifen, Pixel oder ähnliches zu sehen und ein sehr schönes Finish. Zudem fassen sich die Fotos sehr angenehm an.

Die Farbe ist da eher schon Geschmacksache. Bei Druck vom Computer aus, sind die Fotos ungewohnt zurückhaltend, ja fast schon blass. Kein Problem, bietet der Druckertreiber doch die Möglichkeit, das anzupassen. Ich stelle daher im Gutenprint Treiber in den Druckeroptionen in „Output Control Common 1″
die Sättigung auf 1,4 dann passt es. Überhaupt könnt ihr im Gutenprint so gut wie alles optimieren.

Beim Direkt-Druck aus der App gibt es diese Optionen nicht, allerdings ist dort das Foto insgesamt etwas „farbiger“.

Fazit

Mal wieder ein Produkt aus dem Hause Canon, das genau das tut, was ich von ihm erwarte. Das Canon bei den Treibern so schlampig ist, ist zwar traurig, aber der Gutenprint Treiber ist super und von daher gibt es nichts zu meckern.
Die Druckqualität ist super und für meine Passfotos und schnelle „in-die-Hand-Drück-Fotos“ ist das perfekt. Die Haltbarkeit ist auch gut und wichtig, bei „Gebrauchsfotos“. Alles was groß ist oder Fotos fürs Album werden natürlich weiterhin belichtet, aber für alles andere darf jetzt der SELPHY ran.

PS:
Es gibt den SELPHY 910 zum Beispiel bei Amazon einmal einzeln und einmal als Bundle mit Papier/Kartusche. Allerdings ist das Bundle unverhältnismäßig teuer, während das Solo-Gerät dort sehr günstig angeboten wird. Mein Tipp für euch: kauft den Solo-Drucker und gleich ein Dreifach-Paket Papier / Kartusche, das kommt euch insgesamt und auf Dauer am günstigsten. Zudem benötigt ihr noch ein Kabel USB nach Mini-USB zum Anschluss an den Rechner, das solltet ihr auch gleich mit bestellen, um euch nicht zu ärgern.

*Mit dem Kauf oder Download über Links in diesem Artikel unterstützt Du AndiReit.de mit einem kleinen Teil des unveränderten Kaufpreises.

5 Gedanken zu „Fotodrucker: Test und Erfahrungsbericht Selphy 910“

  1. Danke für den Artikel (CP 910 MAC)
    du kannst beim Selphy 910 auch den Lan Passwort eingeben,Taste EDIT drücken, dann hast du Zahlen und Buchstaben zur Verfügung.
    Geht Alles wenn man sich hilft.
    Gruß Christoph

    Antworten

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