Vier Wochen Apple Fotos App

Vor einigen Wochen wurde mit dem Betriebssystem-Update auf OS X 10.10.3 die neue Fotoverwaltung als Ersatz für iPhoto und Aperture für alle Kunden zugänglich. Schon wegen der Verbindung mit der iCloud und allen mobilen Geräten war ich darauf gespannt. Nun nach ein paar Wochen möchte ich ein erstes Fazit ziehen.

Vorwegnehmen muss ich, dass ich iPhoto in den letzten Jahren nur nebenbei genutzt habe. Da ich viel Fotografiere, nutze ich für Shootings zur Verwaltung grundsätzlich Lightroom und für die echte Bearbeitung Photoshop. Eine zeitlang habe ich auf iPhoto komplett verzichtet, da es mir schlicht und einfach zu lahm war. Nachdem ich jedoch iCloud Drive aktiviert hatte, blieb mir nichts anderes übrig, als iPhoto zu nutzen, um an meine Fotos von iPhone und iPad zu gelangen. Meine geliebte Software Photostream2Folder funktioniert mit iCloud Drive nicht.

Da ich iPhoto nun schon für den Zugriff auf meine Cloud-Fotos genutzt habe, habe ich natürlich auch die ein oder andere kleine Anpassung an den Fotos vorgenommen, bevor ich sie weiter verarbeitet habe.

Um schnellen Zugriff auf Fotos aus dem Internet und spezielle Foto-Ordner zu haben, nutze ich zudem Pixa, das mir mit seinen Live-Ordnern immer einen aktuellen Stand von Fotos, Screenshots und Internet-Pics liefert.

Seit 10.10.3 soll nun die Fotos App (nebenbei bemerkt: ein blöder Name. Versucht mal für dieses Programm bei Google irgend welche Informationen zu finden) die Aufgabe übernehmen, alle „Gebrauchsfotos“, also nicht die Massen von Shooting-Fotos, mit den anderen Geräten zu synchronisieren und damit auf dem Mac leichten Zugriff zu gewähren.

Erster Start und iCloud

Beim ersten Start fragt Fotos, ob ihr die Bibliothek von iPhoto importieren wollt, was in der Regel gewünscht ist. Außerdem werdet ihr gefragt, ob ihr iCloud verwenden wollt. In meinem Fall ist dies ja der Hauptgrund, weswegen ich die Einstellung sofort bejaht habe. Zunächst wirkt Fotos dann etwas sehr aufgeräumt. Doch mit der Zeit füllt sich die Seitenleiste mit den unterschiedlichen Alben. Hier bietet Fotos Alles an, was es in der iCloud findet. Habt ihr Apps sowohl auf iPhone, als auch dem iPad installiert, erscheinen einige Alben auch doppelt – für jedes Gerät getrennt eben.
Obwohl die App selber recht flott zu Werke geht, dauert der Import aus der iCloud quälend lang. Insgesamt waren bei mir nur etwa 6.000 Fotos und Videos zu synchronisieren, doch auf einige Bilder musste ich eine ganze Weile warten. Das Problem: man sieht leider nicht, was die App gerade tut, ob der Download stillsteht oder warum sich keine weiteren Fotos aufbauen.

Fotos006

iCloud Sync und Speichererweiterung

Ich benutzte die Fotos Apps auf iMac, MacBook, iPhone und iPad vor allem dazu, um die Fotos, die ich für Webseiten, Facebook, Instagram, Blogs usw. immer dort habe, wo ich sie gerade benötige. Manchmal landen auch Fotos aus Shootings dort, aber immer nur wenige, ausgesuchte bzw. bearbeitete, so hält sich die Zahl in Grenzen. Dennoch habe ich gleich nach der Aktivierung des iCloud Drive Sync den Speicherplatz auf die nächste Stufe angehoben. Schiebt man so viele Daten hin und her, reichen 5 GB einfach nicht mehr aus. Bislang habe ich auf 20 GB umgestellt, was mit 0,99 € auch noch günstig zu haben ist. Zwar sind andere Anbieter aufs Gigabyte gerechnet deutlich günstiger. Doch gerade bei der für mich interessanten Alternative Dropbox wäre ich mit einem deutlich höheren monatlichen Preis dabei, also erst einmal die Apple-Lösung – die dazu natürlich noch besser integriert ist.
Normaler Weise geht das mit dem iCloud Sync recht problemlos. Nach Murphy hakt es aber immer genau dann, wenn man mal schnell ein Foto braucht. Warum ist nicht recht zu erkennen. Ich habe bisher nicht rausgefunden, ob es beim bereitstellenden Gerät beim Upload hakt, beim empfangenden Gerät oder bei der Verarbeitung auf dem Server. Der Workaround ein Foto zu teilen (wofür ich inzwischen einen passenden Freigabe-Ordner angelegt habe), funktioniert dann immer sofort.

Firefox158

Fotos im Workflow am Mac

Fotos eignet sich, wenn man seine Fotos auf einfache Weise darin verwalten will und vielleicht ein paar kleine Korrekturen, inklusive kleinen Retusche-Arbeiten vornehmen will. Das heißt, man bleibt mit seinen Fotos innerhalb der Fotos App und ist zufrieden.
Leider bin ich das nicht. Ich benötige die Fotos in anderen Programmen zum bearbeiten oder um sie einfach nur hochzuladen. Da fangen meine Probleme an. Drag&Drop, zum Beispiel auf Photoshop, funktioniert nicht. Auch wenn ich Dateien aus Fotos auf einen Dateidialog ziehen möchte, etwa um ein Bild in WordPress hochzuladen – Fehlanzeige. Es erscheint zwar das übliche Plus-Symbol, aber passieren tut nichts. Nur von Fotos aus in den Finder lassen sich Fotos ziehen. Ein Ausweg, wenn auch mit zwei Klicks mehr, wäre eine Option „Im Finder anzeigen“, die eigentlich alle anderen Programme der Gattung bieten – nicht so Apples Fotos. Schade! Und damit für mich eine komplizierte Zwischenlösung, um überhaupt an die Fotos der iCloud heran zu kommen.

Fotos007

Mein persönlicher Ausweg: Pixa

Fotos speichert alle Daten in einem Dateipaket. Über die rechte Maustaste lässt sich der „Paketinhalt zeigen“. Es öffnet sich ein Ordner mit einem Dutzend Dateien und Unterordnern. In „Masters“ finden wir die Originaldateien fein säuberlich geordnet nach Jahren und Monaten. In Pixa habe ich nun einen neuen Live-Ordner angelegt und den Ordner „2015“ aus dem Paket hineingezogen. In Pixa werden nun alle aus der Cloud herunter geladenen Fotos nach Monaten und Tagen geordnet angezeigt. Aus Pixa heraus lassen sich die Dateien per Drag&Drop auf beliebige Programme ziehen, sowohl Photoshop, als auch den Finder oder Dateidialoge in Browsern. So kann ich endlich wieder mit meinen iCloud-Fotos arbeiten.

Finder016

Fazit

Apples Fotos soll iPhoto und Aperture ersetzen. Das es mit Aperture schwierig sein würde, war von Beginn an klar, dass allerdings auch die Funktion als Ersatz für iPhoto bei mir leider nicht gegeben ist, hatte ich so nicht erwartet. Ich glaube fast, Apple schränkt hier den Einsatz künstlich ein. Hoffentlich kommen bald Updates, damit ich mit Fotos etwas produktiver arbeiten kann. Oder auch Andere, da es bei mir über den Pixa-Umweg ja sogar recht ordentlich klappt. Nur bei der Bearbeitung von Fotos muss ich mitdenken: einfach speichern aus Photoshop heraus ist dann ja auch nicht mehr.

Schreibe einen Kommentar

siebzehn + 9 =