Evernote – Notieren, Merken, Tauschen

Bislang habe ich meine Notizen, die ich auf mehreren Geräten bereithalten wollte, mit Mac-Only Lösungen verwaltet, etwa DevonThink oder NoteSuite. Durch einen Berufswechsel arbeite ich nun auch auf Windows-PC und habe daher Evernote als neuen Info-Transporter gewählt.

Mein lange Zeit genutzter Info-Sammler war DevonThink, das eine einfache Sammlung von Infos mit einer sehr übersichtlichen Darstellung und guter Systemintegration verband (ein ausführlicher Bericht ist im Werkzeugkasten-Artikel zu finden). Anfang des Jahres habe ich dann NoteSuite entdeckt. Besonders interessant war dabei die direkte Verknüpfung mit dem iPad über die iCloud. Das Programm bot zusätzlich an, direkt handschriftliche Notizen zu erstellen und Fotos mit Zeichnungen und Hinweisen zu versehen.

Bei meinem neuen Job sitze ich nun aber an einem Windows PC und damit schied zunächst einmal das inzwischen favorisierte NoteSuite als verknüpfendes Element aus. Aber auch DevonThink gibt es leider nicht in einer Windows-Version.

Auf Anhieb kamen da für mich zwei Programme in Betracht: Microsoft OneNote und Evernote.

OneNote

OneNote hatte ich sowohl auf dem Mac, als auch auf dem iPad bereits einmal getestet. Allerdings nicht weiter genutzt, da ich mich an die anderen Programme doch sehr gewöhnt hatte. Im Zusammenhang mit dem neuen Arbeitsbereich wäre dies dennoch eine gute Alternative. Leider hat mir hier die Firewall des Firmennetzes einen Strich durch die Rechnung gemacht. OneNote verlangt zur Benutzung Zugriff auf ein Live-Konto, was wie viele andere Mail- und Community-Anbieter, gesperrt ist.

Evernote

Als nächsten Kandidaten hatte ich Evernote im Kopf. Ich hatte das System ebenfalls schon mal auf dem Mac getestet, hatte damals aber keine Vorteile gegenüber DevonThink gesehen. Jetzt stand es wieder auf dem Teststand und bot definitiv den Vorteil, das es Windows- und Mac-Desktop-Versionen genauso gibt, wie iPhone- und iPad-Versionen.

Ein Evernote-Account ist schnell erstellt, im Free-Account gibt es ein Upload-Limit von 40 MB pro Monat. Evernote Premium kostet 5 € im Monat oder 40 € im Jahr. (Telekom Kunden erhalten ein Jahr Premium umsonst).

Evernote bietet zunächst einmal die Möglichkeit Textnotizen zu erstellen. Diese lassen sich in Notizbüchern ordnen und Notizbuch-Stapeln anordnen. Zu jeder Notiz lassen sich Tags / Schlagwörter vergeben, die umfangreiche Notiz-Sammlungen übersichtlicher machen.

Über den Account werden alle Installationen synchronisiert, die er dort anmeldet. Die Desktop-Versionen bieten darüber hinaus die Option, Daten nur lokal zu sichern. Um Offline mit den Daten zu arbeiten (und diese später automatisch zu synchronisieren) benötigt ihr einen Premium-Account.

Ich habe mich sehr schnell an Evernote gewöhnt, schreibe jetzt sehr viele Texte direkt darin, zum Beispiel auch für das Blog und nutze die Ordnungs-Optionen über Notizbücher und Schlagwörter sehr intensiv.

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Evernote Unterwegs

Die mobile Nutzung ist bei mir noch nicht so ausgeprägt. Praktisch finde ich es jedoch, bei Besprechungen alle Daten im direkten Zugriff zu haben.

Mein Plan war, auch alle neuen Notizen dort reinzuschreiben, allerdings ist das blinde Tippen ohne echte Tastatur nicht so toll und an den Bamboo Stylus (da kommt demnächst ein separater Artikel) habe ich mich noch nicht gewöhnt.

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Mehr machen mit Evernote

Es gibt einige nützliche Erweiterungen für Evernote. So zum Beispiel den Web-Clipper für den Browser, mit dem sich Ausschnitte aus Webseiten in Evernote speichern lassen. Eine Erweiterung ermöglicht das Anlegen von Screenshots und den direkten Evernote Import.

Beide Tools zusammen erlauben es auf einfache Weise eine umfangreiche Wissensdatenbank in Evernote anzulegen.

Das Tool „Skitch“ ermöglicht darüber hinaus Bilder mit Anmerkungen, Texten und Symbolen zu versehen, was besonders beim Austausch von Daten mit anderen interessant ist.

Diverse andere Tools integrieren Evernote inzwischen direkt und ermöglichen so eine leichte Datenerfassung und einen guten Datenaustausch.

Evernote in meinem Computer-Alltag

Ich habe mich sehr schnell an Evernote gewöhnt. Gerade bei der Arbeit mit vielen Texten finde ich die Ordnungsfunktionen praktisch und gelungener als etwa bei NoteSuite. Die Einschränkungen in der kostenlosen Version sind eher gering, nur wer häufig mit Grafiken oder Bildern innerhalb von Evernote arbeitet, kommt relativ schnell an die erlaubten Übertragungsgrenzen heran.

Evernote hat bei mir die beiden anderen Programme (NoteSuite und DevonThink) zunächst einmal abgelöst, ich nutze sie nur noch wegen des vorhandenen Datenbestandes. Vielleicht verwende ich NoteSuite in Zukunft auch wieder, weil ich es einfach ganz schick finde. Bei DevonThink fehlt mir ein wenig die Entwicklung und ich finde die Synchronisation einfach noch schlecht gelöst.

Natürlich gibt es auch bei Evernote noch Entwicklungsbedarf. Hauptsächlich im Bereich im- und Export, wobei ich befürchte, dass der Hersteller beim Export wenig Engagement an den Tag legen wird, damit Anwender möglichst lange in Evernote selber verweilen.

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9 Gedanken zu „Evernote – Notieren, Merken, Tauschen“

  1. Schöner Artikel, poste ich gleich mal bei Flipboard und Google+
    Zum Export: sämtliche Inhalte, Meta-Informationen und Anhänge lassen sich jederzeit per Klick im Originalformat exportieren.

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    • Danke für die Weiterverbreitung. Beim Export dachte ich an den Export in zusätzliche Formate – HTML scheint mir für den Import in anderen Programmen weniger geeignet.

      Antworten

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