Vorstellung und Kurzanleitung: Pixa, der Bildverwalter

Vor kurzem war ich wegen verschiedener Foto-Projekte mal wieder auf der Suche nach einem Bildbetrachter, mit dem ich schnell Bildersammlungen durchschauen und am besten direkt innerhalb der Anwendung umsortieren, neue Ordner anlegen usw. kann. Vor längerer Zeit nutzte ich intensiv iView Media Pro, dass aber nach dem Wechsel zunächst zu Microsoft und dann zu Phaseone nicht mehr so wirklich meinen Wünschen entsprach und vor allem irgendwie extrem langsam geworden war. Gerade bei vielen Bildern ist leider auch iPhoto nicht erste Wahl. Ich bin durch Zufall auf Pixa gestoßen und das Programm passt in vielen Belangen genau in mein Beuteraster.

Meine Suche

Für meine Arbeiten suchte ich eher etwas Kleines, Schnelles, keine große ausgewachsene Datenbank oder einen Bildbearbeiter mit Ordnungsfunktion, wie es Lightroom ist. Theoretisch käme auch Adobe Bridge in Frage, aber so richtig glücklich bin ich mit dem Programm immer dann nicht, wenn ich mal schnell etwas anschauen möchte. Apropos schnell: das ins OS X System eingebaute QuickView ist da genau das richtige, leider kann man hier wirklich nur schnell schauen. Möchte man ein Foto anderweitig verwenden, muss man es wieder im Finder suchen und auch das Umsortieren gelingt über die schnelle Vorschau nur umständlich.

Erster Blick auf Pixa

Pixa zeigt auf den ersten Blick eine durchaus vertraute Darstellung: links eine Spalte mit Bibliothek und Projekten rechts das Hauptfenster für die Anzeige der Icons / Bilder und darüber eine Werkzeugleiste u.a. mit Suchfeld und „Senden an“ Schaltfläche. Am unteren Rand finden wir die bei Bildprogrammen obligatorische Einstellung der Bildgröße, sowie weitere, noch unbekannte Funktionen. Das Hauptfenster zeigt es in großen Lettern an „Wirf ein paar Bilder hier rein“. Um die Bibliothek zu füllen, können Fotos oder ganze Ordner auf das Hauptfenster gezogen werden für einen Import.

Pixa-Oberfläche
Pixa-Oberfläche

Ordnungsebenen

Pixa besitzt verschiedene Möglichkeiten, mit denen ihr eure Fotos sortieren könnt. Am häufigsten werdet ihr sicherlich den sogenannten Projekt-Bereich nutzen. Hier findet ihr oben die Bibliothek mit sämtlichen Fotos im Datenbestand von Pixa. Darunter einen Ordner mit den zuletzt importierten Fotos und darunter den Bereich „Bildschirmfotos“, in dem Pixa automatisch alle Bildschirmfotos speichert, die ihr mit dem Programm erstellt habt. Im zweiten Hauptbereich „Projekte“ könnt ihr eigene Projekte anlegen, die Fotos aus anderen Bereichen aufnehmen. Hier könnt ihr Ideen zusammentragen, Bilder für Fotobücher sammeln oder eben alles, was zu einem bestimmten Arbeitsprojekt gehört hinterlegen. Eine Besonderheit in Pixa stellen die Live-Ordner, der dritte Hauptbereich, dar. Diese Live-Ordner sind Ordner auf der Festplatte oder auf Dropbox bzw. CloudApp, die sich automatisch mit Pixa synchronisieren. Sobald ihr also einen Ordner auf der Festplatte ändert, spiegelt sich diese Änderung in der Pixa-Bibliothek wieder. Oben links im Fenster könnt ihr dann noch umschalten auf den Tag-Bereich. Dort stehen als Ordnung echte Tags wieder, also Stichworte, die ihr den Fotos mitgeben könnt (Pixa liest vorhandene Tags aus den Metadaten selbstverständlich aus). Daneben bietet Pixa eine Auswahl nach Größen an. Und zu guter letzt analysiert Pixa eingelesene Fotos nach Farben und bietet diese als Sortieroption an. Dabei wird jeweils der Schwerpunkt einer Farbe im Bild berechnet und entsprechend gewichtet. Über die Genauigkeit und Auswahl lässt sich sicherlich manchmal streiten, aber insgesamt ist die Trefferquote ganz OK.

Pixa Tags
Pixa Tags

Arbeiten mit Pixa – Bildimport

Zunächst benötigt ihr natürlich einige Fotos in Pixa. Dazu könnt ihr beispielsweise einen Ordner von der Festplatte auf „Projekte“ ziehen und Pixa importiert die Fotos in die Datenbank, analysiert die Farben und fügt den Ordner gleich als Projektordner ein. Genauso gut könnt ihr einzelne oder mehrere Fotos auf die Bibliothek ziehen, die dann nur in der Gesamtbibliothek auftauchen. Natürlich gibt es auch den klassischen Weg über den Dateidialog. Über den Dialog „Ablage / Neuer Live-Ordner“ bindet ihr die Live-Ordner von der Festplatte ein.

Pixa Live-Ordner
Pixa Live-Ordner

Nicht zu vergessen natürlich das eingebaute Screenshot-Tool. Es bietet die klassische Fensteraufnahme, Ausschnitte oder die komplette Desktop-Aufnahme. Dazu wird ein separates Browserfenster eingeblendet, in dem man zunächst auf die entsprechende Seite navigiert, um diese dann mit einem Klick auf „Snap“ liest dann die gesamte Seite, nicht nur den angezeigten Bereich ein und erzeugt ein entsprechendes PNG-Bild.

Weiterhin gibt es zwei Plugins für Safari bzw. Google Chrome, mit denen sich einzelne Bilder einer Webseite oder gar alle dort enthaltenen Fotos in Pixa importieren lassen.

Sortieren, Sammeln, Verteilen

Habt ihr erst einmal einige Fotos in der Bibliothek gesammelt, kann die eigentliche Sichtung und Sortierung losgehen. In der Fullscreen-Darstellung bietet Pixa genügend Raum, um die Vorschaubilder auch in größeren Auflösungen anzuzeigen (bis zu 512 Pixel Kantenlänge), dazu dient der Schieberegler am unteren rechten Fensterrand. Zunächst werdet ihr wohl einfach so per Augenschein auswählen. Legt dazu ein neues Projekt an, dann könnt ihr eure Auswahl auf das Projekt ziehen und so Bilder sammeln. Die so gesammelten Bilder könnt ihr nun per Drag&Drop in einen Ordner im Finder ziehen oder den Schnellexport wählen. Hier stehen verschiedene Vorlagen zur Verfügung, etwa JPG mit 50% Bildgröße, PNG oder als Zip-Datei. Wählt dazu die Bilder aus und klickt doppelt auf eines der Symbole und der Speichern unter Dialog wird geöffnet, dort gebt ihr nur noch das Speicherziel an. Fertig. Wahlweise könnt ihr das Schnellexport-Smybol auch auf den Cloud-Button ziehen. Pixa wandelt die Fotos um und lädt sie automatisch auf den konfigurierten Cloud-Account hoch.

Pixa - Komprimieren und Verteilen
Pixa – Komprimieren und Verteilen

Fazit

Für mich ist Pixa ein wunderbares Werkzeug. Man wirft schnell einen Ordner darauf und innerhalb kurzer Zeit hat man eine schöne Übersicht und kann mit den Bildern arbeiten. Noch praktischer finde ich die Live-Ordner. Diese kann ich einfach nach getaner Arbeit wieder entfernen und meine Bibliothek bläht sich nicht unnötig auf. Die Sortier- und Ordnungsfunktionen sind völlig ausreichend und die Schnell-Eport-Idee kann ich auch, mit selber erstellten Vorlagen, sinnvoll nutzen. Mit 22 Euro * ist Pixa auch recht preiswert und daher habe ich mich selber sehr schnell für einen Kauf entschieden.

PS: Derzeit funktioniert das Update der Live-Ordner unter Maverick nicht zuverlässig – hier arbeiten die Entwickler aber bereits an einer Lösung.

PPS: Heute wurde mit dem Update auf Version 1.1.2 das Problem der Live-Ordner unter Maverick behoben!

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* Der Kauf der Software über diese Partner-Links hilft, meine Webseite zu finanzieren. Zusätzliche Kosten entstehen dadurch nicht.

7 Gedanken zu „Vorstellung und Kurzanleitung: Pixa, der Bildverwalter“

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