Mit PartedMagic und PhotoRec Daten von Speicherkarten und USB-Sticks retten

Bei Linux-Anwendern sind die sogenannten Life-CDs, bei denen das komplette Betriebssystem von CD gestartet wird und im Arbeitsspeicher abläuft, sehr beliebt. Ähnlich funktioniert auch die Start-CD der Mac-Rechner, die jedoch seit Lion eine aussterbende Gattung ist und bei weitem weniger Werkzeuge mitbringen. Eine auf Datenrettung und Festplatten-Manipulationen spezialisierte Live-CD ist Parted Magic. Diese funktioniert erfreulicher Weise auch auf Intel-Macs sehr gut.

Parted Magic startet man durch gedrückt halten der Taste „C“ während des Bootvorganges. Zur Datenrettung an sich findet man dort das Programm PhotoRec. Dabei handelt es sich allerdings um ein Terminal-Programm, sprich ohne Mausbedienung und die üblichen Dateidialoge, aber wirklich schwer ist die Bedienung des Programms nicht. Die Steuerung erfolgt mit Hilfe der Pfeil-Tasten und eine Bestätigung eines Dialogs mit der Return-Taste.

Im ersten Dialog zeigt PhotoRec die Auswahl der gefundenen Medien an. Die Namensgebung der Medien unterscheidet sich jedoch von den gewohnten Bezeichnungen, ein Blick auf die Größenangaben hilft aber meist die richtige Wahl zu treffen. In unserem Fall ist der USB Stick klar als „ADATA USB Flash Drive“ zu erkennen.

Nun folgt die Auswahl des Dateisystems. Man hat nur die Wahl zwischen „ext2/ext3“, also Linux-Dateisystemen und „Other“ für jedes andere System, dies umfasst sowohl Mac-Festplatten mit HFS, aber auch USB-Sticks und Speicherkarten, die in der Regel Windows formatiert sind.

Am unteren Bildrand sieht man noch die Einträge Options und File Options. Diese erreicht man ebenfalls über die Pfeiltasten. Bei den Optionen wählt man aus, wie gründlich PhotoRec nach Daten sucht und ob das Programm defekte Dateien ebenfalls wiederherstellen soll. Unter File Options wählt man die Dateitypen aus, die das Programm wiederherstellen soll.

Im folgenden Dialog gibt man den Speicherort für die wiederhergestellten Daten an. Es wird eine Liste mit den Verzeichnissen angezeigt, die man als root-Benutzer, der unter Linux Administratorrechte besitzt, benutzen darf. In der Regel wird man die Daten jedoch an anderer Stelle sichern wollen. Dann muss man dem Linux-Schema folgen und sich durch das Dateisystem hangeln. Dazu navigiert man mit den Pfeiltasten zum Eintrag mit dem Doppelpunkt, um eine Hierarchie nach oben zu gelangen. Dort wechselt man zum Eintrag /media um dort die gewünschte Partition auszuwählen.

Das Problem ist, das hier lediglich die Linux-Bezeichnungen sda bis sdx verwendet werden. Falls man sich die Bezeichnungen aus dem ersten Schritt nicht gemerkt hat, findet man mit dem System Profiler, Mount-Gtk und anderen rasch die richtige Laufwerksbezeichnung. Auf dem neu gewählten Laufwerk / der Partition sucht man nun das gewünschte Verzeichnis aus. Zur Bestätigung und zum Starten der Suche und Wiederherstellung drücken man die Taste C.

Schreibe einen Kommentar

drei + 4 =