Yongnuo Blitzauslöser im Test / Erfahrungsbericht – Studio und Outdoor

Heute wende ich mich einem fotografisch technischem Thema zu: Ich habe vor kurzem ein Set Yongnuo Blitzauslöser / Fernauslöser (RF-600TX / RF-602RX) gekauft und damit meine alten Teile, mit denen ich nicht wirklich zufrieden war, ersetzt. Ob die Yongnuo-Teile meinen Vorstellungen entsprechen, möchte ich hier ausführlich besprechen.

In verschiedenen Beiträgen und Foren hatte ich zuvor etwas nachgeforscht, um herauszufinden, ob denn die Anschaffung der Yongnuo-Teile wirklich meine Bedürfnisse erfüllen könnten: problemloser Einsatz im Studio und noch viel wichtiger gute Funktion und Reichweite auch Outdoor! Besonders da hatten mich meine Vorgänger-Lösungen enttäuscht. Im Studio fällt es nicht so auf, wenn ein Auslöser mal streikt. So lange ein oder zwei andere tadellos funktionieren, wird mit Sicherheit auch der Blitz noch gezündet, wo der Auslöser versagt hat – im Zweifel über den integrierten optischen Auslöser.

Mein Test-Set
Im Studio arbeite ich derzeit mit drei Blitzen und Outdoor / OnLocation mit zwei Blitzen bzw. zwei Kompaktblitzen, somit habe ich mir einen Auslöser (RF-600TX) und drei dazugehörige Empfänger (RF-602 RX) bestellt.
Der Sender wird von einer CR2-Batterie gespeist, die zwar nicht ganz billig ist, in der Regel aber eine ganze Weile halten sollte.
Die Empfänger werden jeweils mit zwei Mignon / AAA Batterien gespeist, die ebenfalls mitgeliefert werden. Auf Dauer werde ich dort aber sicher wieder auf die bewährten Akkus setzen. Mit im Set waren zudem insgesamt Kabel. Drei für den Anschluss an Studio-Blitze mit Mini-Klinke und Adapter auf 6,3 mm Klinke. Ein viertes Adapter-Kabel kann genutzt werden, um eine Kamera auszulösen – man muss also beim Kauf auch den genauen Kameratyp angeben. In meinem Fall war es der dreipolige Canon Anschluss. Alle vier Kabel besitzen einen dreipoligen Anschluss mit Schraubsicherung zum Verbinden mit dem Empfänger.

Mein Set: 3 x RF602 RX Empfänger, 1 x RF600TX Sender inkl. 3 x Kabel für Studio-Blitze plus 1 x Kabel für Kameraauslöser

Ausstattung Sender RF-600TX
Der Sender ist mit einem Metall-Blitzfuss ausgestattet, leider besitzt er keinerlei Arretierung. Eine Reihe von vier Dip-Schaltern ermöglicht die Auswahl eines Kanals und gewährleistet so, dass kein anderer Fotograf gestört wird. Außerdem lassen sich verschiedene Blitzkreise realisieren. Ein weiterer Schalter sitzt an der Frontseite, mit dieser schaltet man den Sender aus, um Energie zu sparen. Eine LED direkt daneben signalisiert einen Sendeimpuls.

Sender RF-600TX von der Unterseite mit Metall-Blitzfuss und DIP-Schaltern für die Kanalwahl

Ausstattung Empfänger RF-602RX
Der Empfänger ist ebenfalls mit einem Blitzfuss ausgestattet, dieser ist aber aus Kunststoff. Er dient vor allem bei der Nutzung als Kameraauslöser zur Befestigung im vorhandenen Blitzschuh, kann aber natürlich auch in entsprechende Halterungen auf Blitz-Stativen eingesetzt werden. Zu diesem Zweck befindet sich dort auch ein Gewinde für Standard- Stative. Auf der Oberseite befindet sich ein Blitzschuh aus Metall, der für den Einsatz mit Kompakt-Blitzen einen recht guten Halt ermöglicht. Außerdem findet man an der Rückseite noch den angesprochenen Anschluss für die Adapter-Kabel. Oben auf dem Gehäuse finden wir das gleiche Mäuseklavier, wie beim Sender zur Kanalwahl. Mit den Fingernägeln lässt sich übrigens keine der Tasten bewegen – ein irgendwie geartetes Werkzeug ist schon notwendig. An der Oberseite befindet sich weiterhin eine LED, die Rot Einsatzbereitschaft signalisiert und Grün ein empfangenes Signal. Direkt darüber befindet sich der Einschalter.

Empfänger RF-602RX mit Schalter, DIP-Schaltern für Kanalwahl und Blitzschuh, sowie Adapter-Kabel für Studio-Blitze

Einsatz im Studio
Der Einsatz im Studio ist unproblematisch. Die Adapterkabel sind ja mit dem Empfänger verschraubt und obwohl die Adapter Klinke-Klinke einen etwas labbrigen Eindruck machen, ist der Kontakt stets gewährleistet. Das Set löst auch sehr zuverlässig aus und durch die deutlich leuchtenden Signal-LEDs an den Empfängern kann man auch gut kontrollieren, dass alle Geräte betriebsbereit sind, was im hektischen Alltag durchaus von Vorteil ist, wenn einmal irgend etwas nicht funktioniert – vielleicht mal wieder einfach vergessen einzuschalten.

Einsatz Outdoor
Hauptgrund für die Anschaffung des Sets war die Schwierigkeit mit meinen bisherigen Lösungen eine vernünftige Ausleuchtung bei Mountainbike-Rennen zu erreichen. Bei Sportarten wie Turnen, Ringen, Boxen und anderem Kampfsport oder auch Fussball, Handball habe ich recht erfolgreich mit dem Kompaktblitz direkt auf der Kamera gearbeitet (wo dies erlaubt war). Rad- oder Motorrad-Fotos leben aber auch davon, dass die Umgebung mit einbezogen wird und da klappt das selten.
Wichtig dabei ist eine vernünftige Befestigungsmöglichkeit auf einem Stativ, eine feste Verbindung zum Blitz und natürlich eine zuverlässige Auslösung auch über etwas längere Entfernungen. Diese Forderungen sind auch für andere Outdoor-Shootings von Bedeutung und nicht speziell für den Radsport notwendig.
Ich muss sagen, bei beiden Einsätzen, die das Set bisher hatte, war ich sehr zufrieden. Die Befestigung von Stativ / Adapter / Blitz ist für den Einsatzzweck völlig ausreichend. Die Adapter lösten auch zuverlässig aus, obwohl ich mich beim Fotografieren sehr viel bewege und auch mal suboptimale Standorte verwende.
Das Problem lag eher bei den Blitzen. Die verwendeten Metz-Blitze schalten nach relativ kurzer Zeit in den Ruhe-Modus, man muss dann jedes Mal zu den Geräten hinrennen und einen beliebigen Knopf betätigen. Vielleicht sollte ich mal auf Yongnuo Blitze zurückgreifen.
Das Yongnuo-Fernauslöser-Set hat seinen Outdoor-Einsatz aber sehr gut gelöst!

Die Preise
Das von mir verwendete Set für Canon mit einem Sender und drei Empfängern kostet zum Beispiel bei Amazon knapp unter 90 Euro, was jetzt nicht wirklich viel ist.

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Das Einzelset für Canon, bestehend aus einem Sender und einem Empfänger kostet sogar nur knapp unter 30 Euro.

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Ein zusätzlicher Empfänger RF-602 RX liegt bei etwa 25 Euro.

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Billiger Asia-Kram?
Die Yongnuo machen bisher auf mich einen guten Eindruck. Natürlich wären Kleinigkeiten zu verbessern, etwa, dass die Kanaleinstellung ohne spitzen Gegenstand möglich ist. Doch selbst die Gehäuse machen einen recht stabilen Eindruck, den man für den Preis nicht zwingend erwarten kann. Bisher haben sich die Geräte bei mir im Praxiseinsatz super geschlagen. Ich kann die daher auf jeden Fall empfehlen und werde demnächst sicher auch mal einen der Blitze testen. Allerdings nur einen für den Einsatz mit den Fernauslösern, also einen ohne TTL, die von Yongnuo benfalls zu sehr guten Preisen angeboten werden.

*) Die Links zu Amazon sind Werbelinks

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