Am 30. Juni ist Schluss – MobileMe Galerie vor dem aus – was nun?

Nur noch wenige Tage ist Apples MobileMe Galerie online, danach werden die Server endgültig abgeschaltet. Danach gibt es von Apple nur noch das kostenlose iClou-Angebot, das sich zwar kostenpflichtig erweitern lässt, aber nur in der Speicherkapazität, nicht in der Leistung. Da ich die MobileMe Galerie für viele Dinge intensiv genutzt habe, musste ich mich nach Alternativen umschauen, die ich zwar gefunden habe, aber keine deckt meine Bedürfnisse komplett ab. Dennoch möchte ich meine Erfahrungen und genutzten Plattformen hier einmal vorstellen.

MobleMe hatte schon was: Reichlich Platz für Fotos und Mails, die Möglichkeit die Fotos / Alben zu teilen, Passwort-geschützt und auch noch hübsch anzusehen und mit bequemen Download-Button versehen. Die Integration in iPhoto war praktisch und übersichtlich. Auch die iWeb-Integration ermöglichte zusätzliche Features, seit dem Aus von MobileMe ist iWeb ebenso tot, obwohl es ja auch mit fremden Servern durchaus harmoniert. Schön auch die Synchronisation diverser Einstellungen. Vieles von dem muss man sich nun selber zusammen suchen.

iCloud

Fangen wir mit dem Eingebauten an. iCloud kommt bei mir fast schon selbstverständlich zum Einsatz, ich schätze es einfach, dass mir mit dem Service sämtliche Termine immer sofort auf allen Geräten zur Verfügung stehen und ich meinen Kalender von überall aus pflegen kann. Das auch die Adressen abgeglichen werden ist natürlich ganz nett, aber nicht so wichtig. Dafür finde ich den Fotostream sehr angenehm, schickt er doch alle Fotos von iPhone und iPad direkt auf den Rechner (mittels iPhoto oder Photostream2Folder). Das sind so die wichtigen und immer genutzten Eigenschaften der iCloud für mich.

Daten teilen

Für den Verein oder Arbeitskollegen war es immer sehr praktisch, Dokumente nach Lehrgängen oder für den täglichen Gebrauch mal schnell im Finder auf den MobileMe-Account zu laden und dann entweder Passwort geschützt oder öffentlich einen Link zu verschicken. Das ist mit iCloud nicht mehr möglich. Doch gerade hier gibt es genügend Alternativen.
Meine Wahl ist auf SugarSync gefallen. SugarSync bietet 5 GB an kostenlosem Speicher, der sich durch einige Maßnahmen noch ein wenig erhöhen lässt. Für iOS gibt es Apps, mit denen ein bequemer Zugriff auf die Daten sichergestellt ist. Den Ausschlag hat aber letztendlich die Integration in OS X bei mir gegeben. Über den SugarSync-Dateimanager lassen sich die Daten bequem verwalten. Auf eine Konstellation, wie Sie Dropbox mit einem speziellen Ordner bietet, verzichtet SugarSync. Nicht ganz korrekt. Auch einen speziellen SugarSync-Ordner legt das System an, zudem lassen sich aber auch andere Ordner bequem für einen Datenabgleich festlegen. Zudem gibt es einige Spezialordner auf der Online-Festplatte, die den Komfort weiter erhöhen. Zwar ist SugarSync noch nicht in ganz so viele Programme integriert, wie Dropbox, aber einige der bekannten Dateibearbeiter kennen den Dienst.
Gespannt darf man allerdings auf die Lösungen von Google und Microsoft sein, die ähnlichen Speicherplatz bieten, aber nach dem Dropbox-Prinzip bieten. Für mich kommen diese jedoch im Moment weniger in Frage.

Dropbbox nutzte ich jedoch auch Gelegentlich, immer dann, wenn ich Daten für bestimmte Programme auf dem iPhone oder iPad benötige und diese nicht umständlich über die SugyrSync-App kopieren und einfügen möchte, aber der Fall ist wirklich eher selten.

Fotos verteilen

Als Fotograf ist es für mich natürlich immer von besonderer Bedeutung, wie ich Bilder präsentieren und auch verteilen kann und wie der Workflow dazu aussieht. Da bot die MobileMe Galerie optimale Bedingungen für mich. Die Verwaltung über iPhoto war sehr übersichtlich und nicht mit den Einschränkungen verbunden, die Web-Oberflächen üblicher Weise bieten. Die Darstellung der Fotos war optisch gelungen und vom Nutzer anpassbar und der Download von einzelnen Bildern oder auch ganzen Alben war sehr gut und einfach gelöst. Lange habe ich nach einer Alternative gesucht und diese in zwei kostenpflichtigen Diensten gefunden: SmugMug und Zenfolio. Ich habe mich nach der 14-tägigen kostenlosen Testphase, die beide Dienste zugestehen, für SmugMug entschieden. Mir gefiel die Oberfläche besser und auch die Galerie-Ansicht sprach mich mehr an. Inzwischen schwanke ich jedoch wieder und finde einige Optionen von Zenfolio praktischer (Download ganzer Alben und Ansicht aller Fotos eines Albums auf scrollbarer Seite). Das Backend von Zenfolio ist zwar hässlich und altbacken, aber dennoch praktikabel und in manchen Dingen einfacher zu bedienen als jenes von SmugMug. Doch bleiben wir bei SmugMug*, dass ich seit Beginn des Jahres nutze.

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Warum SmugMug?

Letztendlich haben zwei oder drei Kleinigkeiten für mich den Ausschlag für SmugMug und gegen Zenfolio gegeben. Erstens hat mir der Look von SmugMug in der Standard-Einstellung gut gefallen – ich wollte nicht ewig dran rum basteln, nur damit Freunde und Kunden meine Bilder in schickem Umfeld ansehen können. Zweitens erschien mir die Bedienung intuitiver (was sich im Nachhinein als nicht ganz richtig erwiesen hat). Und drittens und eigentlich mit dem größten Faktor, SmugMug bot für mich eine bessere Integration in Lightroom, dass ich hauptsächlich zur Bildverwaltung nutze, aber auch mit anderen Tools, so finde ich zum Beispiel MacDaddy total praktisch und benutze es für alle Bilder und Filme, die ich nicht mit Lightroom verwalte.

Preise

Auch preislich liegen die beiden Mitbewerber auf ähnlichem Niveau, zumindest wenn man die US-Preise betrachtet (Zenfolio rechnet Dollar und Euro 1 zu 1 um, man hat aber eben die Möglichkeit in Dollar zu bestellen). Bei SmugMug beginnt der Einstieg mit 40 Dollar, wobei hier auch im kleinsten Account unbegrenzt Bilder gespeichert werden können. Zenfolio bietet für 25 Dollar lediglich 2 GB an. Bei dem wohl am häufigsten genutzten Account für 60 bzw. 50 Dollar liegen dann beide Dienste weitgehend in Leistung und Angebot gleichauf. Die Möglichkeit Bilder auf eigene Rechnung zu verkaufen bietet Zenfolio ab 100 Dollar und SmugMug ab 150 Dollar. Für das Saison-Geschäft bietet SmugMug auch noch monatliche Abos an, die mit 5 / 8 / 20 Dollar pro Monat etwa 50% Prozent über den Jahresmitgliedschaften liegen.

Mein Nutzen

Meine Kunden und Freunde können nun über meinen Account bei SmugMug direkt auf alle freigegebenen Fotos zugreifen. Daten mit persönlichen Bildern sind mit Kennwort geschützt. Zusätzlich lassen sich diese auch noch verstecken, so dass diese nur über einen direkten Link aufzurufen sind. Die Darstellung der Galerien ist recht schick und einzelne Fotos lassen sich, wenn dies von mir freigeschaltet wurde auch bequem in der erlaubten Größe herunter laden. Der Download ganzer Dateien ist aber nur dem Administrator möglich. Meine Ausweich-Variante: Ich erzeuge mir selber den Download-Link und versende ihn per Mail oder auf anderem Wege an die Kunden und Freunde. Einstellungen zur Sichtbarkeit und die Passwörter lassen sich sowohl im Web-Frontend, als auch in MacDaddy und auch über das Lightroom-Plugin festlegen. was ich als extrem praktisch empfinde. Vom Workflow her ist SmugMug damit für mich unschlagbar.

Die Verkaufsoptionen sind übrigens bei beiden Anbietern für Europa beziehungsweise Deutschland noch nicht optimal. Der Bestellvorgang ist nicht lokalisiert und die Foto-Labore liegen ebenfalls nicht in Deutschland, was das Vertrauen in das Angebot sicher nicht begünstigt. Da gibt es andere deutsche Anbieter, die diese Lücke besser füllen.

SmugMug könnt ihr hier* 14 Tage lang testen, danach wird der Account automatisch deaktiviert, es sei denn, ihr entscheidet euch für eine der Laufzeitoptionen.

Zenfolio bietet ebenfalls eine 14-tägige Testperiode hier an.

Passwörter

Unter MobileMe liessen sich auch die Schlüsselbund-Daten des OS X in der Cloud abgleichen, dies ist mit der iCloud entfallen. Wer eine Software, wie etwa 1Password nutzt, kann mit Hilfe der dort hinterlegten Dateien seine Kennwörter und andere wichtigen Dinge abgleichen. 1Password empfiehlt dazu Dropbox und gibt dafür auch eine Anleitung an. Ich selber verwende auch dafür SugarSync, da sich der Dienst dafür ebensogut eignet.

Mein Fazit

Ohne MobileMe muss ich mir schon deutlich mehr Mühe geben, um meine lieb gewonnenen Funktionen irgendwie zu ersetzen. Inzwischen habe ich dies, wie oben beschrieben jedoch realisiert. Da nicht mehr alles aus einer Hand kommt, sind einige Vorgänge zwar etwas aufwändiger, vor allem bei der Einrichtung, aber letztendlich ist der Funktionsumfang insgesamt doch deutlich größer geworden und der Komfort insgesamt gestiegen, nicht zuletzt auch für Nutzer, die auf meine Daten von anderen Plattformen aus zugreifen wollen. Wirklich böse bin ich also über die Abschaltung nicht. Geld spare ich allerdings wegen des kostenpflichtigen SmugMug-Accounts jedoch auch nicht oder nur in geringem Masse.

Hier noch mal alle Links zu den vorgestellten Produkten und Diensten:

Sugarsync: https://www.sugarsync.com/

Sugarsync Apps: kostenlos im App-Store

SmugMug 14-Tage-Trial und Anmeldung: SmugMug*

MacDaddy: direkt hier bei SmugMug

Zenfolio: ebenfalls eine 14-tägige Testperiode hier

1Password Mac: 1Password - AgileBits Inc.*

1Password iPhone: 1Password for iPhone - AgileBits Inc.*

1Password iPad: 1Password for iPad - AgileBits Inc.*

Lightroom-Plugin von SmugMug, dass nicht nur Upload beherrscht, sondern auch Synchronisation: Lightroom-Plugin

* Affiliate Link

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1 Gedanke zu „Am 30. Juni ist Schluss – MobileMe Galerie vor dem aus – was nun?“

  1. Hm, vielleicht sollte trotzdem erwähnt werden, dass man Fotos auch mit icloud teilen kann, wenn man iPhoto für iOS installiert hat.

    Sieht klasse aus, funktioniert auf allen Systemen und ohne monatliche Kosten.

    Wollte es nur mal erwähnt haben.

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