Browser für Mac OS X – Teil 2 (die weniger populären Programme)

Im ersten Teil des Artikels ging es um die populären Browser Safari, Firefox und Chrome, bei denen ich vor allem darauf eingegangen bin, was ich mit denen mache und warum gerade damit. Auch im zweiten Teil gibt es einige spezielle Vorteile, welche die vorgestellten Browser bieten. Andere nutze ich weiderum einfach, weil alle anderen schon „belegt“ sind.

OmniWeb
OmniWeb führt eigentlich schon immer ein Schattendasein und fand nie so richtig Beachtung in der Mac Community. Für mich stellt OmniWeb jedoch ein tolles Arbeitswerkzeug dar und zwar immer dann, wenn ich irgend etwas recherchiere oder viele Seiten übersichtlich auf einmal geöffnet haben möchte. OmniWeb hat mit als einer der ersten Browser eine Tab-Technik an Bord gehabt. Diese ist auch heute noch anders organisiert, als bei den meisten Anwendungen mit Tabs.
Die Tabs werden dabei in OmniWeb in der Seitenleiste dargestellt und zwar jeweils als Miniaturansicht der jeweiligen Webseite. Die Größe der Seitenleiste und damit die Darstellungsgröße der einzelnen Übersichten lässt sich anpassen und man hat so stets im Blick welche Seiten geöffnet sind. Zusätzlich kennt OmniWeb sogenannte „Arbeitsbereiche“ darin werden geöffnete Tabs und Internetseiten / Fenster unter einem passenden Namen gespeichert und können später wieder aufgerufen werden. Gerade für Recherchen eine prima Sache. Man legt Arbeitsbereiche für „Schwimm-Training“, „Mac OS X Umzug“, „Urlaub in Norwegen“ an, füllt diese mit Seiten und Tabs und kann diese später immer wieder leicht aufrufen. Bei jeder Änderung werden die Arbeitsbereiche automatisch gesichert. Das OmniWeb nicht besonders populär geworden ist, liegt aber vielleicht daran, dass es darüber hinaus kaum Aufregendes zu entdecken gibt. Ich persönlich liebe die Arbeitsbereiche / Tab-Übersicht, wer so etwas nicht benötigt, wird wahrscheinlich Browser mit Erweiterungsoptionen vorziehen.

Opera
Zugegeben Opera hat bei mir ewig lang praktisch nicht stattgefunden. Ich hatte es mal getestet und für nicht gut befunden und seit dem war es aus meinem Blickfeld verschwunden. Neulich waren mal wieder alle anderen Browser irgendwie anders belegt und da habe ich mich an den Norweger zurück erinnert. Hab ihn installiert benutzt und nun darf er mich manchmal bei meiner Arbeit unterstützen. Opera besitzt auch ein Erweiterungssystem, allerdings sind die Lager an Plugins bei weitem nicht so gut gefüllt, wie bei Firefox oder Google, das ein oder andere nützliche Plugin ist aber schon dabei (eine zusätzliche Tab-Verwaltung zum Beispiel). Da ich Opera auch gern zum Recherchieren nutzen möchte, kommt mir eine Funktion gelegen und zwar die „Sitzungen“. Wer in der Lesezeichenverwaltung nach einer Möglichkeit sucht, alle Tabs gleichzeitig irgendwie zu speichern, sucht vergebens. Sitzungen, die alle geöffneten Fenster und Tabs enthalten, erstellt man im Ablage-Menü. So kann man eben, wie in OmniWeb die Arbeitsbereiche, mehrere Sitzungen speichern und diese je nach Bedarf wieder aufrufen. Ein Highlight von Opera ist darüber hinaus die Synchronisierung. Damit hält man Einstellungen, Lesezeichen und einiges mehr über mehrere Opera-Installationen hinweg synchron, auch mobile Opera-Browser lassen sich einbinden. Die Daten werden jeweils bei Opera auf einem Server gespeichert und können nach Angabe der Zugangsdaten automatisch mit jeder Installation synchronisiert werden.

Camino
Camino war von den Entwicklern in seiner ersten Version als Alternative zu Firefox mit einer besseren Systemintegration gedacht. Über die Systemintegration des Firefox beschwert sich kaum noch jemand und das Design von Camino reisst letztendlich auch keinen mehr vom Hocker. Dennoch ist Camino ein brauchbarer Browser. Er bietet den selben Komfort wie Firefox ohne Erweiterungen und reagiert meiner Meinung nach etwas flüssiger, gerade wenn es auf dem Rechner mal eng zugeht. Irgendwelche Besonderheiten bringt er jedoch nicht mehr mit. Und obwohl er aus der Mozilla-Familie stammt, sind Plugins für ihn Mangelware.

Cruz
Cruz ist ein Browser-Experiment, dass Anleihen aus verschiedenen Open-Source-Projekten nimmt. Eine Besonderheit ist bei Cruz erwähnenswert: die sogenannten Browsa-Plugins, die ebenfalls aus einem anderen Prjekt stammen. Mit diesen Plugins kann man ein Browser-Fenster in verschiedene Bereiche aufteilen und dort jeweils eine andere Internetseite öffnen. So hat man stets mehrere Seiten im Überblick und sieht genau, was dort aktuell vorgeht. Man öffnet in einem Teil aktuelle Aktienkurse, im nächsten ein Facebook-Fenster, im dritten einen Nachrichtenkanal und im größten Teil liest man die Sachen, die man ohnehin ansehen wollte. An sich recht praktisch. Allerdings dürfte das auf wenige Anwendungsfälle beschränkt sein.

Flock
Flock war mal mein Liebling, da er perfekt mit diverse Community-Seiten umgehen konnte, dass war als er noch auf Basis von Mozilla entwickelt wurde. Mit dem Umstieg auf Chrome-Technologien ist dieser Vorteil nicht mehr vorhanden. Es handelt sich bei Flock um einen nahezu gewöhnlichen Browser. Von den Community-Fähigkeiten ist leider nur noch eine Seitenleiste übrig geblieben, die schnellen Zugriff auf eine Reihe von Diensten ( Facebook, Flickr, YouTube, Twitter oder LinkedIn) ermöglicht.

Fazit
OmniWeb ist als Arbeitstier wirklich gut zu gebrauchen. Die Verwaltung von Tabs ist sehr praktisch und die Arbeitsbereiche erleichtern Recherchen oder den Wechsel zwischen privaten und beruflichen Arbeitsbereichen. Opera hat wieder stark aufgeholt, bietet mit den Sitzungen ebenfalls eine praktische Verwaltungsoption und die Synchronisierung müssen andere mit Plugins nachrüsten. Camino und Cruz sind etwas für Liebhaber oder Puristen, während Flock nach und nach komplett auf dem Abstellgleis zu landen scheint. Vom Community-Browser ist jedenfalls nichts mehr übrig.

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