Browser für PowerPC und Mac OS X

Letzte Woche hat mich ein Bekannter gebeten, sein PowerBook upzudaten. Das Problem: als Kunde der Telekom kam er nicht mehr an seine E-Mails, die er Unterwegs und im Urlaub nur per Browser abrufen wollte. Sowohl Safari, als auch der bislang verwendete Firefox verweigerten dabei den Dienst.

Geplante Lösung war es, ein Update des Betriebssystems zu installieren (Mac OS X 10.5 läuft als letzte Version auf Power PC Prozessoren) und danach Firefox einem Update zu unterziehen, um auf den aktuellen Stand zu kommen. Doch Fehlanzeige. Firefox stoppt bei Version 3.x und neuere Updates stehen nur noch für Intel-Prozessoren bereit. Das Firefox dennoch immer wieder Updates anbietet (sogar auf die aktuelle Version 8.0) irritiert undbedarfte Nutzer sicherlich. Zumal der Download durchgeführt wird, der Installer sich jedoch über die falsche Plattform beschwert.

Das ganze hat sich dann als deutlich weniger tragisch herausgestellt. Die Safari-Version vom Leoparden funktioniert mit T-Online (sprich: ein aktuelle Flash-Version läuft dort). Dennoch habe ich mich natürlich mal nach Alternativen umgesehen:

TenFourFox
TenFourFox ist eine Portierung von Firefox auf PowerPC Rechner, die auf den Systemen 10.4 und 10.5 läuft. Dabei kommen in der Regel, mit ein paar Wochen Verzögerung, die jeweils aktuellen Firefox-Builds zum Einsatz. Es gibt jedoch Einschränkungen bei der Benutzung. So werden seit der letzten Version Plugins nicht mehr unterstützt, sehr wohl jedoch Addons. Unter die Plugins fallen Bestandteile, die der Anwender normaler Weise nicht direkt zu Gesicht bekommt, wie etwa das Flash-Plugin, Quicktime und ähnliche. Diese werden ebenfalls nur noch für Intel-Prozessoren entwickelt und die Macher von TenFourFox verzichten auf die komplexe Übersetzung dieser Bestanteile. Addons, die sich im Firefox-Addon-Verzeichnis befinden, sind in der Regel kompatibel mit TenFourFox, wenn sie nicht speziell auf die Intel-Plattform programmiert wurden.

Camino
Lange Zeit ein Geheimtipp für Mac OS X Anwender ist Camino. Dieser Browser wurde auf Mac OS X optimiert und stammt direkt aus dem Mozilla- / Firefox-Stall. Er ist etwas besser an Mac OS X angepasst, als Firefox, auch wenn die Unterschiede immer kleiner geworden sind. Camino ist aber immer noch mit der PowerPC-Plattform kompatibel. Ältere Versionen des Browsers für ältere Betriebssysteme sind ebenfalls problemlos auf der Homepage verfügbar. Camino bietet einige Features, wie etwa Fishing-Schutz, Flash- bzw. Werbeblocker und Unterstützung für das Benachrichtigungssystem Growl. Eine Besonderheit ist die Tab-Übersicht, die sich mittels Tastenkürzel „Befehl + Steuerung + T“ aufgerufen wird. Leider beherrscht Camino nicht den Umgang mit Firefox-Addons. Einige Erweiterungen hält aber die Seite pimpmycamino.com bereit.

OmniWeb
Ebenfalls für ältere System, teilweise auch PowerPC bietet sich OmniWeb an. Die aktuelle VErsion kann ab Mac OS X 10.4.8 installiert werden. Ich verwende OmniWeb besonders gerne bei der Recherche für diverse Themen. Hilfreich ist hierbei die Visual Tabs genannte Funktion. In einer Seitenleiste zeigt OmniWeb dabei stets eine Miniatur der geöffneten Seiten an, so dass man einen tollen Überblick hat. Weiterhin bietet OmniWeb mit den Arbeitsbereichen ein Feature, mit dem man diverse Websessions auf einfache Weise speichern kann. OmniWeb gehört daher bei mir quasi zum Pflichtprogramm im Netz.

iCab
iCab war lange Zeit ein Vorzeigeprojekt und der einzig wirklich an Mac OS angepasste Browser. In letzter Zeit hat der Autor der Software mehr Reden von sich gemacht, da er als einer der ersten eine mobile Browser-App für das iPhone entwickelt hat. Da ich mit iCab keine Erfahrung habe, empfehle ich, den Browser selber zu testen. Die kostenlose Anwendung ist mit geringen Einschränkungen normal verwendbar. Vorteil von iCab: auch hier stehen ältere Versionen immer noch zur Verfügung.

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